© REUTERS/INA FASSBENDER

Deutsche Bahn
10/17/2014

Lokführerstreik zum Ferienbeginn

Ausstand an diesem Wochenende soll 50 Stunden dauern. Deutsche Bahn ortet "Amoklauf" der Gewerkschaft.

Bahnreisende müssen sich wegen des Lokführerstreiks am Wochenende auf große Einschränkungen im Fern-und Regionalverkehr in Deutschland einstellen. Die Gewerkschaft GDL rief ihre Mitglieder zu einem Ausstand aus, der von Samstagfrüh (2.00 Uhr) bis Montagfrüh (4.00 Uhr) dauern soll. Im Güterverkehr der Deutschen Bahn sollte der Streik bereits am Freitagnachmittag (15.00 Uhr) beginnen. Der neue Ausstand fällt mit dem Ferienbeginn in Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Sachsen zusammen. Außerdem enden die Ferien in Nordrhein-Westfalen und Thüringen.

Nach derzeitigen Informationen sind ÖBB-Züge, die über Deutschland führen (Salzburg-Kufstein nach Tirol/Vorarlberg/SBB und aus dieser Richtung) nicht vom Streik betroffen. Auch die railjet-Züge von und nach München sollen planmäßig fahren. Für Deutschland kündigte die Deutsche Bahn die Veröffentlichung von Ersatzfahrplänen im Laufe des Tages an.

"Amoklauf"

Die Deutsche Bahn warf der Gewerkschaft einen "Amoklauf" vor. "Ohne Not" würden Millionen von Menschen die Ferien verdorben, "nur wegen Machtgelüsten". Es werde immer deutlicher, dass es nicht um die Interessen der Lokomotivführer gehe, "sondern um Allmachtsfantasien eines Funktionärs".

Leiden wird unter dem Ausstand aber auch die Autoindustrie, die auf die Zulieferung von Teilen und den Abtransport gefertigter Fahrzeuge durch die Bahn angewiesen ist. Täglich fährt die Bahn nach eigenen Angaben allein für diese Branche über 200 Züge.

GDL-Chef Claus Weselsky warf dem Staatskonzern vor, nach wie vor nicht über die Tarifforderungen verhandeln zu wollen. Die GDL verlangt 5 Prozent mehr Lohn und kürzere Arbeitszeiten. Kern des Konflikts ist aber, dass sie dies nicht mehr allein für die 20.000 deutschen Lokführer fordert, sondern auch für rund 17.000 Zugbegleiter und Rangierführer. Diese will die größere Eisenbahn-und Verkehrsgewerkschaft weiter vertreten. Die Deutsche Bahn lehnt konkurrierende Abschlüsse für dieselbe Berufsgruppe ab.

Informationen der Deutschen Bahn finden Sie hier.

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Reisende stürmen Fernbusse

Die für das Wochenende angekündigten Streiks bei der Deutschen Bahn sorgen für einen immensen Ansturm auf Fernbusse. MeinFernbus verzeichne seit Ankündigung der Streiks am Vormittag eine Verdreifachung der Zugriffe auf seine Homepage, sagte Geschäftsführer Torben Greve am Freitag. Die Buchungseingänge schnellten entsprechend in die Höhe.

Der Sprecher des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer (bdo), Matthias Schröter, sprach vom "puren Wahnsinn". Die Webseiten einzelner Anbieter seien überlastet, es gebe mehr Anfragen als Kapazitäten. Alle Anbieter versuchten nun, mit weiteren und größeren Bussen auf den Ansturm zu reagieren.

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