© STEPHAN BOROVICZENY

AK-Arbeitsklimaindex
04/11/2014

Leiharbeit und Teilzeit seit 2008 auf dem Vormarsch

Jeder dritte Arbeitnehmer betroffen, insgesamt 1,2 Millionen. Migranten in Leiharbeit, Frauen in Teilzeit. Reaktion der WKÖ.

Die feste Vollzeitstelle ist in Österreich offenbar ein Auslaufmodell, dagegen sind Leiharbeit, Teilzeit und Co. auf dem Vormarsch. Der Anteil der unbefristeten Vollzeitbeschäftigten hat sich seit 2008 von 74 Prozent auf 68 Prozent verringert, geht aus dem am Freitag veröffentlichten Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich hervor.

"Atypisch" wird zur Normalität

Damit arbeitet aktuell fast ein Drittel aller Arbeitnehmer in Teilzeit, über Personalleasingfirmen oder als "Freie Dienstnehmer"-vor einem halben Jahrzehnt war es erst ein Viertel. Solche Beschäftigungsverhältnisse werden als "atypisch" bezeichnet und betreffen nach AK-Zahlen mittlerweile 1,2 Millionen Österreicher und Österreicherinnen.

Frauen sind deutlich häufiger in atypischer Beschäftigung als Männer, die Hälfte aller Frauen zwischen 31 und 45 Jahren ist betroffen, geht aus den Daten hervor. Frauen sind auch drei Mal so oft geringfügig beschäftigt als Männer.

Niedrigqualifizierte und Migranten stecken hingegen häufig in Leiharbeit. Hier hat sich der Anteil an Leiharbeitern verfünffacht - von 3 Prozent im Jahr 2008 auf nun 15 Prozent.

Unzufrieden, unglücklich

Laut dem Arbeitsklima Index, für den jährlich 4.000 Arbeitnehmer befragt werden, schätzen die Betroffenen ihre Chancen am Arbeitsmarkt schlechter ein, sind unzufriedener mit ihrem Einkommen und kommen seltener damit aus. Außerdem sind sie unglücklich mit ihrer sozialen Absicherung, haben eine niedrigere Lebens- und Berufszufriedenheit, sind unzufriedener mit den betrieblichen Sozialleistungen und pessimistischer hinsichtlich der wirtschaftlichen Zukunft des Betriebs, des Landes und ihres gesellschaftlichen Status.

Reaktion der Wirtschaftskammer

Für die Wirtschaftskammer sind "flexible Beschäftigungsformen" zwar auf dem Vormarsch, aber nicht auf Kosten der festen Vollzeitstellen, wie WKÖ-Experte Martin Gleitsmann erklärte. Die SPÖ-Frauen wiederum fordern mehr Vollzeitstellen für Frauen, die Vollzeit arbeiten wollen. "Flexible Beschäftigungsformen integrieren viele Menschen erstmals in den Arbeitsmarkt und bieten Chancen", so Gleitsmann. Von immer mehr Arbeitnehmern komme der Wunsch, zeitlich flexibler arbeiten zu können. So würde Teilzeit wesentlich stärker nachgefragt, als es Stellen gibt.

"Frauen, die Vollzeit arbeiten wollen, sollen auch die Möglichkeit dazu haben", fordert hingegen SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner.

Die AK-Detailauswertung als Download

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