KTM Duke

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Leichtmotorräder für Asien
06/10/2016

KTM plant Motorradwerk auf den Philippinen

Der Motorradhersteller eröffnet 2017 ein Werk für Leichtmotorräder. Beliefert werden soll der ASEAN-Raum und China.

Die Philippinen gelten als aufstrebendes Land für Investoren im südostasiatischen Raum. Der Kraftwerksbauer Andritz hat bereits seit Jahrzehnten auf den Philippinen Fuß gefasst. Jetzt zieht der Motorradhersteller KTM nach. KTM eröffnet 2017 ein Werk für Leichtmotorräder auf dem Inselstaat. Auch der Feuerwehrauto-Produzent Rosenbauer steht in Verhandlungen für Fahrzeuglieferungen.

Absatzmärkte ASEAN und China

KTM-Leichtmotorräder der Marke Duke sollen künftig auf den Philippinen produziert werden. Absatzmärkte sollen der ASEAN-Raum und China werden. Für diese Pläne hat sich KTM einen philippinischen Partner gesucht. Die Kapazitäten sind zu Beginn mit jährlich 6.000 Stück angesetzt, künftig sollen es aber bis 20.000 pro Jahr werden. Die "Werkbank" kommt von der philippinischen Ayala Corporation, der Joint-Venture Partner des heimischen Fahrzeugbauers. Ayala produziert Elektronikteile für Autos. Eine bestehende Fabrik des Unternehmens wird für die Herstellung der Leichtmotorräder vom Typ Duke umgerüstet. Dies berichtete die österreichische Wirtschaftsdelegierte in Manila, Lisa Koscak, am Freitag bei einem Treffen gemeinsam mit der Botschafterin der Philippinen in Wien.

Auch der österreichische Hersteller von Feuerwehrautos, Rosenbauer, hat möglicherweise einen Auftrag in dem südostasiatischen Land in der Pipeline. Die Philippinen wiesen im Vorjahr ein Wirtschaftswachstum von 5,8 Prozent aus. Für 2016 hat die Weltbank ein Wachstum von 6,4 Prozent prognostiziert. Internationale Ratingagenturen attestieren dem Land eine aufstrebende Wirtschaftsposition im asiatischen Raum und signalisieren für Investoren "grünes Licht".

Neuer Präsident als Fragezeichen

Aber der Amtsantritt des neu gewählten Präsidenten Rodrigo Duterte am 30. Juni wirft Fragezeichen auf. Der Hardliner will das politische System des Inselstaates umkrempeln und die Korruption mit zweifelhaften Methoden bekämpfen, aber auch eine Verfassungsreform einläuten und den Föderalismus stärken.

Was seinen künftigen Wirtschaftskurs anbelangt, habe es bereits Entwarnung gegeben, berichtete Botschafterin Maria Zeneida Angara Collinson vor Journalisten. Duterte wolle den eingeschlagenen Kurs der Vorgängerregierung fortführen und Erleichterungen für Investoren schaffen zur Umsetzung notwendiger Infrastrukturvorhaben.

Hoher Bedarf an neuer Infrastruktur

Tatsächlich besitzen die Philippinen einen hohen Bedarf an neuer Infrastruktur. Dieser reicht von Straßen, Brücken, Krankenhäusern, Tourismusprojekten, Hotelanlagen bis hin zu Sicherheits- und Katastrophenschutz-Equipment, erläuterte Angara Collinson. Vor allem der Tourismus sei noch stark unterentwickelt. Derzeit finden nur rund fünf Prozent der rund 100-Millionen-Bevölkerung ihr Auskommen im Tourismus.

Dem Inselstaat wird nicht nur eine wirtschaftlich dynamische Zukunft vorausgesagt, sondern er gehört mit zu den Staaten, die bereits jetzt an den Folgen des Klimawandels leiden. Jährlich fegen rund 40 Taifune über das Land, was auch eine Aufrüstung im Bereich des Katastrophenschutzes voraussetzt.