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Wirtschaft
08/05/2019

Lauda: Ryanair macht Druck mit polnischen Leihpiloten

Ryanair sucht über Tochter Buzz und Leiharbeitsfirma in Polen nach Piloten für Wien. Am Mittwoch Betriebsversammlung bei Lauda.

von Andrea Hodoschek

 

Europas größte Billig-Airline Ryanair verstärkt den Druck auf die Tochter Lauda. Wie der KURIER berichtet, drohte Geschäftsführer Andreas Gruber unverhohlen mit dem Abbau von Jobs, sollte es nicht umgehend gelingen, die Effizienz zu steigern.

Jetzt werden mehr Details bekannt. Konkret geht es vorerst um die Jobs von 15 Piloten und 12 Copiloten. Ryanair argumentiert damit, ab Herbst vier Boeing 737 samt Crews in Wien zu stationieren, anstatt die Lauda-Flotte aufzustocken.

In Polen wird bereits die Akquisition von Piloten vorbereitet. Die dortige Charter-Tochter Ryanair Sun startet ab Herbst unter der neuen Marke Buzz. Und Buzz sucht derzeit Piloten für Charter- und Linienflüge – aber nicht direkt, sondern über die polnische Leiharbeitsfirma Warsaw Aviation. Die Kapitäne und Copiloten docken dort als Selbstständige an und werden an Buzz bzw. möglicherweise auch an Lauda verleast.

Das Airline-Portal Aerotelegraph.com beruft sich auf eine Stellenanzeige von Buzz: Von 27. Oktober 2019 bis zum 28. März 2020 würden die neuen Piloten von Buzz in Wien stationiert. Klar, dass dies für Besorgnis unter den 790 Mitarbeitern, davon 450 in Österreich, sorgt. Für Mittwoch sind Betriebsversammlungen angesetzt, die in drei Tranchen durchgeführt werden, um den Flugbetrieb nicht zu stören.

„Maßregelungen“

Der Lauda-Betriebsrat informierte die Belegschaft in einem Rundschreiben, es gehe nicht nur um Maßnahmen zur Effizienzsteigerung gehe, die man grundsätzlich begrüße. Sondern auch „um Maßnahmen, welche zur Maßregelung aller im Unternehmen beschäftigten Piloten und Flugbegleiter missbraucht werden könnten“. Diese würden u.a. eine Reduzierung der monatlich freien Tage von 10 auf 7 vorsehen. Die geforderte Vereinbarung sei ein Zusatz zum KV und schon gesetzlich nicht durch den Betriebsrat vereinbar. Der Umgang mit den Mitarbeitern sei „in bedenklicher Weise rauer geworden“. Man hoffe, dass das Management die Vereinbarung nachbessere, um diese abschließen zu können.