Wie andere US-Technologiekonzerne umgeht Twitter bereits seit längerer Zeit einen Großteil seiner Steuerzahlungen in den USA mit einer Niederlassung in Irland

© dpa/Marius Becker

Kurznachrichtendienst
02/06/2014

Twitter enttäuscht die Anleger

Weniger Nutzer als erwartet, zwar mehr Umsatz aber auch sehr hoher Verlust.

Verkommt der Nachrichtendienst Twitter zum Nischenprodukt? Twitter-Chef Dick Costolo (Bild) musste sich bei der Präsentation der jüngsten Zahlen zumindest Fragen in diese Richtung gefallen lassen. Wann denn die Zahl der Twitter-Nutzer wieder schneller wachsen werde, wollten Experten wissen. Er habe „großes Vertrauen“, dass das Gefälle der Nutzer-Kurve sich 2014 wieder ändern werde, sagte Costolo. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

Was war geschehen? Twitter kann sehr zur Überraschung vieler Börsianer das zuvor an den Tag gelegte Wachstumstempo nicht mehr halten: Die Zahl der monatlichen Nutzer kletterte am Jahresende auf lediglich 241 Millionen, wie die Kalifornier am Mittwoch in ihrem ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen mitteilten. Gegenüber dem Vorjahresquartal ist das zwar noch ein Plus von 30 Prozent, verglichen mit dem Vorquartal ist dies allerdings nur ein Plus von 3,8 Prozent - so wenig wie noch nie, seit Twitter diese Zahlen veröffentlicht.

Die Aktie stürzte deshalb im nachbörslichen Handel um 18 Prozent auf 54 Dollar ab. Vor Bekanntgabe der Ergebnisse kosteten die Papiere an der New Yorker Börse rund 66 Dollar.

Twitter hatte erst Anfang November ein spektakuläres Börsendebüt gefeiert (mehr dazu...). Damals waren die Aktien von einem Ausgabepreis von 26 Dollar um mehr als 70 Prozent in die Höhe geschossen.

Weniger Besuche

Zudem offenbarten die Zahlen, dass die Nutzer die Seite nicht mehr so häufig besuchen wie zuletzt: Die "Timeline Views" fielen auf 148 Milliarden von zuvor 159 Milliarden. „Dieser Bericht stellt infrage, wie massentauglich die Plattform Twitter ist“, erklärte Arvind Bhatia von Sterne, Agee & Leech.

Umsatz gesteigert – Verlust verdoppelt

Zufrieden sind Analysten mit dem Umsatz, die hohen Erwartungen konnten erfüllt werden. Von 112 Millionen Dollar im Vorjahr kletterte der Umsatz auf 243 Millionen Dollar. Die Kehrseite der Medaille: Auch der Verlust explodierte. Mit rund 250 Millionen Euro Dollar im Quartal hätten Analysten noch leben können. Tatsächlich standen 511 Millionen Dollar Nettoverlust unterm Strich.

Twitter stand ohnehin unter Erklärungsdruck, weil noch immer etwas unklar ist, wie die Internetseite langfristig Geld verdienen will. Twitter setzt wie Facebook vor allem auf Werbung, kann aber viele Kunden nicht dazu bewegen, sich täglich einzuloggen.

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