EU droht Meta wegen Einschränkungen bei WhatsApp
Die EU-Kommission droht dem US-Techriesen Meta in einer Abmahnung mit Zwangsmaßnahmen, weil er auf WhatsApp konkurrierende KI-Chatbots aussperrt. Das Verhalten hindere andere Anbieter, in den schnell wachsenden Markt für KI-Assistenten einzutreten, und verstoße dadurch gegen das europäische Wettbewerbsrecht.
Worum es geht? Der beliebte Messengerdienst WhatsApp wird längst nicht nur für private Chats genutzt, sondern auch als Kommunikationsmittel von Unternehmen. Konsumenten können etwa den Kundendienst kontaktieren oder Bestellungen aufgeben.
Immer öfter ist es ein KI-Chatbot, der eine Kundenanfrage beantwortet. Der Whatsapp-Mutterkonzern Meta erlaubt zur Kommunikation über die App aber nur den hauseigenen KI-Assistenten Meta AI. Dieser kann ähnlich wie die Mitbewerber ChatGPT von Open AI oder Gemini von Google Texte erstellen, zusammenfassen und übersetzen oder Fragen beantworten und nutzt dabei auch aktuelle Informationen aus dem Internet. Wer die KI nutzen möchte, kann dafür in der App einen Chat mit ihr starten.
Meta weist Vorwürfe zurück
Meta sieht keinen Grund für die EU, einzugreifen. Es gebe viele KI-Optionen, die über App-Stores, Betriebssysteme, Geräte, Websites und Industriepartnerschaften genutzt werden könnten, so ein Sprecher. Whatsapp sei diesbezüglich kein wichtiger Vertriebskanal. Gegen den Facebook-Konzern Meta laufen bereits Verfahren der EU wegen Verstößen gegen europäische Digitalgesetze.
Wie genau die EU-Kommission vorgehen würde, um den Konkurrenten von Meta Zugang zu WhatsApp zu gewähren, blieb zunächst unklar. Meta hat aber ohnehin zunächst das Recht sich zu verteidigen oder Anpassungen zu treffen - kann das Eingreifen Brüssels also noch abwenden. Zudem ist die laufende Untersuchung in dem Fall noch nicht endgültig abgeschlossen. Bis wann die Ermittlungen beendet sind, bleibt unklar - eine gesetzliche Frist gibt es nicht.
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