Das Gericht lie├č am Montag einen Einspruch des US-Konkurrenten General Cigar gegen eine fr├╝here Entscheidung nicht zu. Cubatabaco kann damit den Streit um die Marke Cohiba vor die US-Beh├Ârde f├╝r Patent- und Markenrechte bringen.

┬ę REUTERS/DESMOND BOYLAN

USA
08/11/2017

Kubas Zigarren- und Rumhersteller lauern auf US-Markt

Im Vorjahr wurden kubanische Zigarren im Wert von 445 Mio. Dollar verkauft.

Dicke Zigarren und vollmundiger Rum geh├Âren zu den beliebtesten Mitbringseln von Kuba-Touristen. Die Gesch├Ąfte laufen gut, dabei ist der gr├Â├čte Absatzmarkt USA vor der Haust├╝r tabu. Die Kubaner hoffen nun auf ein Ende des US-Handelsembargos.

W├╝rziger Tabakduft liegt in der Halle, an den W├Ąnden rattern altersschwache Ventilatoren, chancenlos gegen die schw├╝le Luft. Mit flinken H├Ąnden suchen die "Torcedores" der Zigarrenfabrik La Corona in Kubas Hauptstadt Havanna die Bl├Ątter f├╝r Einlage und Umblatt heraus. Routiniert zupfen, schneiden und rollen sie die Zigarrendreher - nach wenigen Minuten liegt eine perfekte Cohiba auf dem Arbeitstisch.

"Tabak ist ein Symbol der kubanischen Identit├Ąt"

"Zigarrenrollen erfordert sehr viel Erfahrung und Geschick", sagt die Direktorin f├╝r Technologie und Entwicklung, Adriana Gomez. "Jede einzelne Zigarre wird einer strengen Qualit├Ątskontrolle unterzogen. Was unseren Standards nicht gen├╝gt, wird aussortiert." Hochwertige Zigarren werden stets von Hand gerollt, daf├╝r zahlen Liebhaber in Europa und Asien dann auch bis zu 50 Euro pro St├╝ck.

Zigarren geh├Âren zu den bekanntesten Exportg├╝tern Kubas - etwa von den Marken Cohiba, Montecristo, Partagas und Romeo y Julieta. "Tabak ist ein Symbol der kubanischen Identit├Ąt", meint der Direktor der Fabrik La Corona, Juan Rico Lopez.

2016 verkaufte Kuba Zigarren im Wert von 445 Mio. Dollar (379 Mio. Euro). Allein der Absatz des Monopolisten Habanos stieg um 5 Prozent gemessen am Vorjahr. Das Gemeinschaftsunternehmen des Staatskonzerns Cubatabaco und des spanischen Tabakunternehmens Altadis vertreibt seine Zigarren in rund 150 L├Ąndern und kontrolliert mehr als 70 Prozent des weltweiten Zigarrenmarkts.

K├╝rzere Zigarren, die sich schneller rauchen lassen

Der US-Markt vor der Haust├╝r bleibt den Kubanern aber wegen des Handelsembargos der Vereinigten Staaten gegen die Insel verschlossen. Kurz bevor die Sanktion 1962 in Kraft trat, soll sich der damalige US-Pr├Ąsident John F. Kennedy mit ├╝ber 1000 kubanischen Zigarren eingedeckt haben. "Wenn die Blockade fallen w├╝rde, k├Ânnten wir pro Jahr bis zu 50 Millionen Zigarren pro Jahr alleine in den Vereinigten Staaten verkaufen", sch├Ątzt Entwicklungsdirektorin L├│pez. Immerhin d├╝rfen US-Touristen bis zu 100 Zigarren mit nach Hause nehmen.

Die kubanischen Zigarrenhersteller wollen nun neue K├Ąuferschichten erschlie├čen. "Der typische Kunde ist ein ├Ąlterer, wohlhabender Mann. Wir wollen Zigarren auch f├╝r j├╝ngere Leute und Frauen attraktiv machen", sagt Lopez. Daf├╝r werden nun k├╝rzere, dickere Zigarren entwickelt, die sich schneller rauchen lassen.

Viele Raucher genie├čen ihre Zigarre zudem mit einem Rum. Der Schnaps aus Zuckerrohr ist der zweite Exportschlager Kubas. 3,5 Million Kisten Rum a neun Liter etwa exportiert das staatliche Unternehmen Cuba Ron jedes Jahr. Wichtigster Absatzmarkt im Ausland ist Deutschland, gefolgt von Frankreich und Italien. "Wenn wir in die USA exportierten d├╝rften, k├Ânnten wir zwei Millionen Kisten pro Jahr mehr verkaufen", sagt Firmenchef Juan Gonzalez Escalona. Die Markennamen hat das Unternehmen in den USA schon sch├╝tzen lassen.

Kuba und der Rum

Auf dem gr├Â├čten Rum-Markt der Welt wird das Gesch├Ąft von Barcardi dominiert. Die Unternehmerfamilie war nach der sozialistischen Revolution auf Kuba in den F├╝nfzigerjahren enteignet worden und hatte die Produktion auf die Bahamas verlegt.

Cuba Ron brennt in f├╝nf Destillerien auf der Insel den Rum der Barcadi-Marken Havana Club, Santiago de Cuba und Perla del Norte. Acht Rum-Meister ├╝berwachen die Qualit├Ąt und entwickeln neue Sorten.

Kubanischer Rum wird ausschlie├člich aus kubanischem Zuckerrohr und mit kubanischem Wasser gebrannt. Ausgebaut wird das Destillat in F├Ąssern, in denen zuvor Whisky gelagert wurde. "Die Qualit├Ąt des Ausgangsprodukts ist entscheidend. Die Reifung kann den Rum nur verfeinern, aber nicht retten", sagt Cuba-Ron-Chef Escalona. "Wir setzen auf eine m├Âglichst nat├╝rliche Herstellung. Wir kennen die modernen Techniken, vertrauen aber vor allem auf die Tradition."

Den Gro├čteil der Produktion von Cuba Ron trinken die Kubaner noch immer selbst. Im Ausland steht Rum f├╝r Fiesta und karibisches Lebensgef├╝hl. Bartender in deutschen Cocktailbars mixen den einfachen Havana Club f├╝r gut zehn Euro in die Drinks. Das Spitzenprodukt von Cuba Ron aber kostet so viel wie ein Gebrauchtwagen: Rund 3.000 Euro werden f├╝r einen halben Liter Santiago de Cuba 500 f├Ąllig.

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