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Wirtschaft
09/30/2020

Klimaziele würden Spritpreise auf vier Euro pro Liter treiben

Die geplanten Maßnahmen zur CO2-Reduktion würden ein Auto ab 2030 jährlich um 1.541 Euro teurer machen.

Die neuen -Emissionsziele der EU könnten für die heimischen Haushalte teuer werden. Wie vor zwei Wochen bekannt wurde, will die EU-Kommission die Vorgaben für den Straßenverkehr verschärfen. Bis 2030 sollen die Emissionen nicht wie geplant um 36, sondern um 61 Prozent reduziert werden.

Mehr Steuern und Gebühren

Gelingen soll das durch eine Erhöhung der Mineralölsteuer und eine laufende Anpassung an die Inflation, eine Verdoppelung der motorbezogenen Versicherungssteuer und der NoVA sowie Gebühren für die Benützung der Straßen.

Von 2021 bis 2030 würde das den Haushalten kumuliert 49 Milliarden Euro kosten, hat Christian Helmenstein, Leiter des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung, errechnet. „Das würde ab 2030 jährlich Zusatzkosten in Höhe von 1.541 Euro für einen Pkw bedeuten“, sagt Helmenstein.

Darüber hinaus würde es nicht reichen, dass die Bevölkerung ihr Mobilitätsverhalten ändert und zu 100 Prozent auf Elektroautos umsteigt, so die vom Autofahrerklub ÖAMTC in Auftrag gegebene Studie weiter. Sie müsste ihre Mobilität sogar einschränken und ab 2030 mit Spritpreisen von vier Euro pro Liter leben. „Erst dann würden die von der EU-Kommission geplanten Reduktionsziele erreicht werden“, sagt Helmenstein.

Große Unterschiede

Die österreichische Bevölkerung wäre regional unterschiedlich betroffen, am stärksten im ländlichen Bereich, am wenigsten in den Ballungsräumen. Am stärksten draufzahlen würden Regionen im Burgenland, in Kärnten und in der Steiermark. „Das kann bis zu 2.500 Euro pro Fahrzeug gehen“, sagt Helmenstein, wie das im Bezirk Güssing der Fall wäre. Stark würde es auch Spittal/Drau, Jennersdorf und Murau treffen.

Am geringsten wären die Auswirkungen in Wien, Dornbirn und Mödling. „Je weiter man von einem Ballungsraum weg ist, umso stärker ist man betroffen“, erklärt Helmenstein.

Widerspruch

Die Klimaziele würden damit in dramatischem Widerspruch zu den Mobilitätszielen stehen. Schon lange gibt es Bemühungen, die Mobilität der heimischen Arbeitskräfte zu verbessern. Durch die Klimaschutzmaßnahmen würde das Gegenteil eintreten.

„Wir stellen hier nicht Maßnahmen für den Klimaschutz in Frage“, betont Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessensvertretung. Er vermisse jedoch die Ehrlichkeit der Politik. Diese würden den Menschen nur sagen, welche Maßnahmen nötig sind, nicht aber, wie viel sie kosten.

Bessere Lösung

Dabei gäbe es viele Alternativen, um die Kosten niedriger zu halten, meint Wiesinger. Dazu zählen zum Beispiel der Einsatz alternativer Kraftstoffe, mehr Sammeltaxis und Abholbusse am Land und bessere Lösungen in den Städten, um mit einer App und einem Ticket mehrere verschiedene Mobilitätsträger zu verwenden.

Rasches Handeln wäre dringend nötig, denn die volkswirtschaftlichen Auswirkungen wären verheerend. Laut Helmenstein würde die Nachfrage wegen der geringeren Kaufkraft sinken, die Inflation steigen – Treibstoffe haben einen großen Anteil im Warenkorb – und die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Österreich sinken. Und nicht zuletzt würden Arbeitsplätze verloren gehen.

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