Wirtschaft
05.06.2018

Kika/Leiner-Krise: XXXLutz hat Interesse an Übernahme

Nach Aussagen von BWB-Chef Thanner, der Notverkauf unter Auflagen an XXXLutz für möglich erklärte.

Die Möbelkette Kika/Leiner ist, wie berichtet, in Turbulenzen. XXXLutz hat nun gegenüber der APA "grundsätzliches Interesse" an einer etwaigen Übernahme des strudelnden Konkurrenten Kika/Leiner angemeldet. Zuvor hatte der Chef der Bundeswettbewerbsbehörde, Theodor Thanner, im Ö1-Radio einen Notverkauf unter Auflagen an Lutz für möglich erklärt.

"Wenn sich eine Möglichkeit auftut, wären wir da", sagte XXXLutz-Sprecher Thomas Saliger zur APA. Wie XXXLutz Thanner verstehe, gebe es Möglichkeiten und man würde dabei gerne "Partner sein" - wie groß auch immer jene Teile seien, die man möglicherweise übernehmen könnte. "Wir sind jedenfalls bereit, in Gespräche zu treten", so Saliger. Er verwies darauf, dass Lutz auch in Deutschland manche Händler übernommen habe, die ins Straucheln geraten seien.

Lutz würden nicht nur die Kika/Leiner-Mitarbeiter am Herzen liegen, sondern auch die Branche an sich: "Wenn es in der Branche Verunsicherung für die Konsumenten gibt, ist das für uns nicht nur gut", so der XXXLutz-Sprecher, der allerdings auch davon sprach, dass sein Unternehmen seit der Probleme beim Konkurrenten im Jänner stärker geworden sei.

KSV-Experte "vorsichtig optimistisch"

Der Gläubigerschützer Hans-Georg Kantner vom KSV zeigte sich am Dienstag am Rande einer Pressekonferenz "vorsichtig optimistisch mit dem Unternehmen, das es im Jänner schon einmal geschafft hat". Eine "Schwelle" seien aber Urlaubsgelder, die im laufenden Monat zu bezahlen seien. "Das Management ist gefordert, seine Hausaufgaben zu machen", so Kantner.

Die "Hausaufgaben" seien etwa Verhandlungen mit Partnern und Lieferanten zu führen, sagte der Kreditschutzexperte. Gut sei hierbei, dass sich die Handelnden kennen würden. Fazit: "Wir werden uns überraschen lassen." Kika/Leiner beschäftigt in Österreich mehr als 5.000 Menschen.