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Wirtschaft Karriere
11/07/2021

Tiktok-Business: Wie Unternehmen auf TikTok nicht cringey sind

Warum sich TikTok für Unternehmen lohnt und wie sie den Sprung in die Kurzvideos schaffen können, ohne sich lächerlich zu machen.

„Cringe“ ist das Jugendwort des Jahres 2021. Es bedeutet so viel wie Fremdschämen. Wenn eine Situation als peinlich empfunden wird, kann man sie als „cring(e)y“ bezeichnen.

Ganz und gar nicht cringey findet Karim Saad das Auftreten etablierter Unternehmen, wie Spar oder Porr auf TikTok. Dieses Urteil ist wenig überraschend, ist Saad als Gründer und Geschäftsführer von Class Ninjas doch TikTok-Experte, berät eben diese Unternehmen bei ihrem TikTok-Auftritt und setzt ihre TikTok-Kampagnen um – auf seinem TikTok-Kanal.

Follower, Follower, Follower

Dadurch erreichen diese Unternehmen mit ihren Kampagnen auf einen Schlag die knapp 500.000 Follower und Followerinnen, die dem Kanal von Class Ninjas folgen.

Das wirft bei vielen Nicht-TikTok-Nutzern Fragen auf: Machen sich Unternehmen lächerlich, wenn sie sich plötzlich eine Plattform und teilweise den Sprachgebrauch der Jugend aneignen? Welchen Mehrwert haben Unternehmen von einem TikTok-Auftritt und wann sind sie doch „cringey“?

„TikTok als Plattform wird massiv unterschätzt. Es verzeichnet den schnellsten Wachstum der Geschichte und hatte in kurzer Zeit eine Milliarde Downloads“, erklärt Karim Saad.

Die Plattform sei außerdem deutlich seriöser geworden, als sie früher war. „Spätestens seit Armin Wolf TikTok-Trends in der ZIB2 tanzt, ist das auch in der breiteren Masse angekommen“, amüsiert sich Saad.

Auch dürfte sich die Nutzer-Kohorte auf TikTok verändert haben. Während Nicht-Nutzer noch das Bild der zwölf-Jährigen im Kopf haben, die vor der Kamera herumtänzeln, sind laut Statista mehr als 50 Prozent der User 18 bis 24 Jahre alt.

Darin liegt auch der Mehrwert der Plattform für die Wirtschaft: „Ein Großteil der Kernzielgruppe, also der 14- bis 29-Jährigen ist über TikTok erreichbar. Es ist eine schlüsselrelevante Marketingplattform“, sagt Saad. Das ist auch die Zielgruppe, die gerade vor dem Berufseinstieg stehen.

TikTok ist für viele Unternehmen auch im Employerbranding und vor allem Recruiting junger Mitarbeiter und Lehrlinge effektiv. „Unternehmen rekrutieren über TikTok-Kampagnen Lehrlinge und wir bringen die Lehre in den Videos amüsant rüber“, so der TikTok-Experte.

„Das ist es, worauf es auf TikTok ankommt: Humor“, weiß Saad und gibt wichtige Tipps, die Unternehmen wissen sollten, bevor sie sich auf TikTok wagen, denn es funktioniert nicht, wie klassisches Marketing, Google oder Instagram.

Auf TikTok punktet Selbstironie und Humor. Trauen Sie sich, witzig zu sein.

Quantität geht vor Qualität: Es müssen nicht alle Videos gut funktionieren aber man sollte jeden Tag ein Video posten.

Keine Videos löschen, das könnte den Algorithmus negativ beeinflussen, weil ihm dadurch Daten fehlen.

Wer es nicht kann, soll es lassen. Holen Sie sich Influencer und erfahrene TikToker ins Team.

Wenn ein Video nicht viral geht, ist nicht die Plattform schuld. Analysieren Sie ihre Videos, was funktioniert und was nicht.

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