Wirtschaft | Karriere
04/09/2019

Fünf typisch österreichische Englisch-Patzer

Sprachexpertin Annie Krabina-Lindner korrigiert die häufigsten Englisch-Sprachfehler der Österreicher.

1. We see us!

Direkte Übersetzungen von österreichischen Äußerungen funktionieren auf Englisch nicht

Der Arbeitstag geht dem Ende zu, der Arbeitskollege verlässt das Büro und man selbst schreit ihm ein "We see us!" hinterher. Cool gemeint –  aber leider falsch. "In der Aussage verstecken sich gleich zwei Fehler. Erstens braucht es hier das ‚Will-Future’. Im Deutschen kann man in der Gegenwartsform sagen ‚Wir sehen uns’, das geht auf Englisch nicht. Hier braucht es die Zukunftsform. Die Direktübersetzung mit ‚uns zu us’ ist auch falsch.“ Richtig übersetzt müsste der Satz lauten: "We will see each other". "See you later" ist hingegen aber die gängigere Form.

2. Where is my handy?

Die Wörter Handy, SMS und W-Lan sind typische Denglisch-Patzer, aber keine korrekten Bezeichnungen

Das Handy ist aus dem Berufsalltag nicht mehr wegzudenken. Häufig benutzt wird auch die falsche Bezeichnung für das Gerät auf Englisch. Das Wort Handy heißt übersetzt nämlich handlich. Korrekterweise sagt man: mobile phone, cell phone oder nur mobile oder cell. "Auch das Wort SMS sagt man auf Englisch nicht. Richtig heißt es: text message oder man sagt ´I will text you’, wenn man vorhat, jemanden eine Nachricht zu schreiben", so  Krabina-Lindner. Und W-Lan für den drahtlosen Internetzugang gibt es auch nur, wenn man WiFi dazu sagt.

3. Where is the chef?

Die Bezeichnung des eigenen Vorgesetzten kann zur allgemeinen

Verwirrung im Büro beitragen "Where is the chef?", fragt ein Angestellter und erntet damit merkwürdige Blicke. Denn er hat zwar gemeint: "Wo ist der Chef?", wörtlich übersetzt bedeutet das aber: "Wo ist der Chefkoch?" Ein peinlicher Patzer, meint Sprachexpertin Krabina-Lindner: "Auf Englisch gibt es nur eine korrekte Bezeichnung für den Chef und das ist ‚boss‘. Auch wenn es befremdlich klingen mag, chef oder chief ist falsch.“ Chief assoziiere man mit einem Häuptling. Allerdings gibt es Berufe mit dem Wort "chief". Das Wort verlangt aber immer einen Zusatz, wie zum Beispiel: chief of finance.

4. Have a look at the backside!

Falls man jemanden zum Lachen bringen will, sollte man  das falsche Wort für Rückseite verwenden

Man hält einen Vortrag auf Englisch und teilt dem Publikum mit, das es für die besagte Grafik einen Blick auf die Rückseite des ausgehändigten Papiers werfen soll: "And now, please have a look at the backside." Lachen anschließend alle, darf man sich nicht wundern. Denn wörtlich übersetzt hat man gerade gesagt, dass man sich jetzt seinen Hintern ansehen soll. "Man sagt zur Rückseite eines Blatt Papiers nicht backside. Das ist ein altes Wort für Hintern", so die Expertin. Richtig ist: the back, the back of the paper oder the reverse side.

5. I become a Schnitzel!

Sogenannte falsche Freunde machen die Kommunikation in englischer Sprache zwar amüsanter, sind aber nicht richtig

Das gemeinsame Mittagessen mit den Kollegen steht an und schwups hat man bei der Bestellung schon gesagt: "I become a Schnitzel". Das ist wieder eine amüsante Verwechslung. Denn damit sagt man, dass man zu einem Schnitzel wird. "Wenn man etwas bestellen möchte, sollte man ‚I'd like’ verwenden. Bekommen heißt auf Englisch hingegen ‚get’", erklärt  die Sprachexpertin.  Übrigens: Das Phänomen, dass Wörter sich gleichen, aber nicht dieselbe Bedeutung haben, nennt man "false friends". Die Wörter "Brief", "Chips" oder "Gift" zählen zum Beispiel auch dazu.