Beim Diskutieren (v.l.): Wolfgang Hötschl, Marcel Haraszti, Silvia Meißl, Gerhard Drexel und David Bosshart

© CASH Handelsforum/Johannes Brunnbauer

Wirtschaft Karriere
04/09/2019

Business People: Was ist los in Österreich?

Veranstaltungen, Diskussionen, Feste - eine Nachlese der Business-Events der Woche.

3 Tage, 550 Top-Manager, viele Erkenntnisse

CASH Handelsforum: Top-Manager aus dem Lebensmittelhandel und der Konsumgüterindustrie netzwerkten in Fuschl am See

Top Referenten, hochkarätige Teilnehmer und herrliches Wetter sorgten für großartige Stimmung beim 34. CASH Handelsforum im Sheraton Jagdhof Schlosshotel Fuschl in Fuschl am See. 550 Top-Manager aus dem Lebensmittelhandel und der Konsumgüterindustrie nutzten die entspannte Atmosphäre zum Netzwerken.  

Das Motto „Die Kunst der Veränderung“ zog sich wie ein roter Faden durch die Tagung, die von Landeshauptmann Wilfried Haslauer eröffnet wurde. Kamingesprächsgast WKO-Chef Harald Mahrer lobte den heimischen Lebensmittelhandel und trat für den Abbau von Regularien ein, damit die österreichische Wirtschaft innovativer wird.

Stefan Bruckbauer: „Das ist keine Krise, sondern nur ein Abschwung.“

Der Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky ließ die Teilnehmer im Jahr 2030 ankommen, wo es eine rapid ansteigende Menge an Echtzeitdaten geben wird, mit denen „alles messbar und leichter prognostizierbar wird.“ Wie man ein Unternehmen dreht, das durch den deutlichen Rückgang an Tabak- und Zeitungsumsätzen unter Druck geraten ist, schilderte Roger Vogt, Retail-CEO von Valora.

Auch Google weiß nicht, was die Zukunft bringt

Das Schweizer Unternehmen stellt an Bahnhöfen mit der neuen Avec-Box 24-Stunden-Einkäufe sicher, bezahlt wird mit der App. Christine Antlanger-Winter (Google Austria) erklärte freimütig,  dass man selbst bei Google nicht wisse, was die Zukunft einmal bringt. Unter der Leitung der Chefredakteurin Silvia Meißl diskutierten sehr launig David Bosshart (GDI), Spar-Chef Gerhard Drexel, Rewe-Vorstand Marcel Haraszti und der Unternehmensberater Wolfgang Hötschl.

Der Vordenker Bosshart appellierte an die Händler, sich mit völlig neuen Denkmustern zu beschäftigen: „Next Practice statt Best Practice!“ Der Bedarf an guten Mitarbeitern werde noch steigen, auch die Frauenquote in den Vorstandsetagen müsse deutlich höher sein. „Wir dürfen auf die guten, alten kaufmännischen Tugenden nicht vergessen“, meinte Haraszti und für Drexel ist der Schlüssel zum Erfolg die „gelebte Unternehmenskultur“. Spar wolle „keine Reporting-Company sein.“

Für das Wohl der Gäste sorgten auch Patissiers von Lindt Schokolade

Beim Gala-Dinner von Küchenchef Johannes Fuchs begrüßten die Geschäftsführer des Manstein Verlages Dagmar Lang und Markus Gstöttner u.a. Leopold Wedl, die Spar-Vorstände Gerhard Drexel, Hans Reisch, Fritz Poppmeier und Rudolf Staudinger, Martin Engelmann und Harald Bauer (dm),  die Rewe-Vorstände  Marcel Haraszti, Michael Jäger und Jan-Peer Brenneke, die Lebensmittelhändler Christof Kastner, Alexander und Julius Kiennast und Markant-Chef Thomas Zechner.

Zahlreiche Gäste aus dem Lebensmittelhandel und der Konsumgüterindustrie

Ebenfalls genetzwerkt beim Dinner haben die nationalen Markenartikler Jürgen Rauch, Peter Pfanner, Rudolf Berger, Erwin KotányiAlfred Berger (NÖM), Alfred Schrott (Manner), Josef Braunshofer (Berglandmilch), Andreas Nentwich (Maresi), Markus Marek (Kelly), Walter Scherb (Spitz), Thomas Schmiedbauer (Wiesbauer), die Brauer Markus Liebl und Magne Setnes (Brau Union), Thomas Gerbl (Stiegl), Alfred Hudler und Christiane Wenckheim (Ottakringer), Bernhard Prosser (Egger).

Gesehen wurden auch die internationalen Manager Nikolaus Huber (Unilever),  Corinne Emonet (Nestlé) , Roland Münster (Storck), Andreas Dialer (Mars),  Eva Aichmaier (Bahlsen), Bettina Vogler-Trinkfass (Procter & Gamble),  Harald Mayer (Tchibo), Frank O’Donnell (Coca Cola), Klaus Fassbender (L’Oreal), Birgit Rechberger-Krammer (Henkel), sowie Vorstand Susanne Wendler (Unicredit Bank Austria), die Post-Vorstände Peter Umundum und Walter Oblin, Michael Blass (AMA), KURIER-Geschäftsführer Thomas Kralinger, Werner Knausz (ARA), Maria Bauernfried (Almadvent),  Richard Lugner mit Tochter Jacqueline und Günther Tengel (Amrop Jenewein).

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„60 ist das neue 40“

Die Oberbank lud zum 60. Geburtstag ihrer Vorstände Franz Gasselsberger und Josef Weißl

Moderatorin Christine Haiden spendete den beiden Geburtstagskindern gleich zu Beginn Trost.  „60  ist das neue 40.“ Rund 500 Gäste waren Donnerstagabend der Einladung der Oberbank ins Linzer Donauforum gefolgt, um den 60er von Generaldirektor Franz Gasselsberger und von Vorstandsdirektor Josef Weißl zu feiern.  

Die Sängerin Jessie Ann De Angelo gratuliert Klubobmann Herwig Mahr

„Früher sagte man, mit 60 fängt das Alter an. Das stimmt heute nicht mehr. Gasselsberger steigt auf 6300 Meter hohe Berge, Weißl fliegt mit dem Hubschrauber auf die Bergspitzen, um mit den Skiern ins Tal abzufahren. Zu diesen Leistungen sind nur wenige Jugendliche fähig“, meinte Oberbank-Ehrenpräsident Hermann Bell in seiner Laudatio. Beide seien zwar im April 1959 geboren, doch vom Naturell unterschiedlich und würden sich so gut ergänzen.

Die Liste der Gratulanten war lang

Der Linzer BürgermeisterKlaus Luger befand, das Erklimmen von Bergspitzen schlage sich in den Bilanzen nieder.  Die Oberbank ist in den vergangenen zehn Jahren von Gewinnrekord zu Gewinnrekord geeilt, der Aktienkurs erreicht neue Höchststände. Landeshauptmann Thomas Stelzer überreichte Gasselsberger das Goldene Ehrenzeichen des Landes, Christoph Leitl die Goldene Ehrennadel der Europäischen Wirtschaftskammer.

Sowohl Leitl als auch Gasselsberger betonten die Wichtigkeit der Unabhängigkeit der Bank. Hier war in den vergangenen Tagen Unruhe aufgetaucht, da die UniCredit Bank Austria als Minderheitsaktionärin  für die Hauptversammlung der Bank für Kärnten und der Steiermark am 8. Mai einen Antrag auf Sonderprüfung gestellt hatte.
Für den musikalischen  Schluss des Abends mit launigen Reden sorgte das Janoska-Ensemble.

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Digitale Kompetenzen, bitte!

In der neuen vie-digital – eine der vie-Plattformen von vie-club-cuvee.at – war gestern Digitalisierungsministerin Margarete Schramböck im Novomatic Forum zu Gast. Der KURIER ist Kooperationspartner. Nach ihrer Keynote wurde mit VIG-CEO Elisabeth Stadler, Wiener Volkshochschulen AR-Präsident Christian Deutsch und Bildungsexpertin Valerie Höllinger zu „Digitale Kompetenz: Herausforderungen und Lösungen für Unternehmen, die Verwaltung und die Aus- und Weiterbildung“ diskutiert. „Beste Ausbildung, also life long learning, wird uns immer beschäftigen. Mit dem Kaffee Digital werden Digital-Skills österreichweit vermittelt, Fit4internet organisiert die neuen Wissenstrainings“, sagte Schramböck.

VIG-Generaldirektorin Elisabeth Stadler führte aus, wie entscheidend die Bildung in digitalen Fähigkeiten im VIG-Konzern ist. „Gerade unser internationaler Ansatz in Mittel- und Osteuropa verlangt digitale Erfahrung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – wir sind hier auf einem guten Weg.“

Gemeinderat Christian Deutsch machte deutlich: „Unsere Aufgabe ist es, von den Jungen bis zu den Senioren die beste digitale Ausbildung für die Wienerinnen und Wiener sicherzustellen.“  

Bildungsexpertin Valerie Höllinger, wies auf neue Formen von Arbeitsplätzen mit flachsten Hierarchien hin. „Nur, wer neue digitale Bildungstrends berücksichtigt, wird zukünftig digital fitte und damit erfolgreiche Mitarbeiter gewinnen können.“

Bei der anschließenden Weinverkostung des Weingutes Kolkmann aus Fels am Wagram diskutierten u.a. Großbäcker Kurt Mann, Florian Binder-Kriegelstein (Vorstand Polo Handels AG), Johannes Dobretsberger (Oracle Marketingleiter )  Stefan Lechner (KURIER Prokurist),  uvm. 

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Club Cuvée: Talk über die Zukunft  Wiens

Das Thema „Missionen und Visionen für ein lebenswertes Wien“ stand im Mittelpunkt der Club Cuvée Diskussion in der übervollen Landtmann Bel-Etage. Laut der aktuellen Mercer Studie ist Wien die lebenswerteste Stadt der Welt und laut des Smart City Strategy Index auch die digital am besten funktionierende Stadt der Welt. Alles Wertungen, die Bürgermeister Michael Ludwig positiv sieht. Und trotzdem sei noch viel zu tun: „Es gilt weiter an der Zukunft Wiens zu arbeiten.

Bei der Digitalisierung, in der Infrastruktur oder beim leistbaren Wohnen, zum Beispiel in der Seestadt Aspern. Ebenso liegt uns die Sicherheit unserer Stadt sehr am Herzen, wo wir sehr genau hinsehen.“ Wirtschaftskammer Wien Präsident Walter Ruck verwies in der Forderung nach einem innovativen Wirtschaftsstandort u.a. auf den Digitalisierungspakt, der mit den Sozialpartnern vereinbart wurde.

Wien als Digitalisierungshauptstadt steht dabei im Mittelpunkt. Ein besonderes Augenmerk werde laut Ludwig und Ruck auf die Folgen der wachsenden Stadt gelegt (z.B. mit dem Flughafen Wien und dem Bau der U5). Neu ist auch die Planung einer Multifunktionshalle für 20.000 Besucherinnen und Besucher, was Sport- und Kulturgroßveranstaltungen ermöglicht. Im Anschluss an die Diskussion folgte ein Burschik’s Vermouth Aperitif von Leonhard Specht und die Club Cuvée Weinverkostung von Thomas Podsednik vom Weingut Cobenzl.

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SAP eröffnet Büro-Welt der Zukunft

Vor über einem Jahr hat sich SAP Österreich die Frage gestellt, wie man in einer zunehmend digitalisierten Welt eine bereichernde Arbeitsumgebung schaffen kann. Die Antwort wurde im Projekt „Viennovation“ zusammen mit dem preisgekrönten Architekturbüro Innocad aus Graz und mit Franz Kühmayer, Vordenker am Zukunftsinstitut, gefunden. In einem Dreivierteljahr wurden mehr als 8.000 Quadratmeter Bürofläche auf sechs Stockwerken einem radikalen Re-Design unterzogen.

Nun wurde das neue Büro in der  Lassallestraße 7B im zweiten Bezirk in Wien, das unter anderem begrünte Kommunikations- und Kollaborationszonen, eine Cafeteria und das erste SAP Customer Experience Center in der CEE-Region beherbergt, eröffnet.

„Wer seine grauen Zellen anstrengen möchte, sollte nicht in einer grauen Zelle sitzen“, sagte Kühmayer, der die Konzeption  „Viennovation“ beratend begleitet hat. SAP-Österreich CEO Christoph Kränkl ergänzte: „Es sollte eine zukunftsorientierte Arbeitsumgebung geschaffen werden, die das persönliche Wohlbefinden unserer Mitarbeiter bereichert, um Wachstum und Innovation zu fördern.“  Inspiration holte sich das Architekturbüro Innocad  von den New Yorker Stadtteilen Upper East Side und Upper West Side. „Viennovation ist eine spielerische Weiterführung dieses Konzepts, das sich wie ein roter Faden durch das ganze Büro zieht“, so CEO Martin Lesjak.

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Preisverleihung

Die Preisverleihung in 14 Kategorien und jeweils drei Finalisten fand im Schlosshotel Velden statt. Darunter: impacts Catering-Chef Christian Chytil als „Caterer des Jahres“, Robert Huth als „Gastronom des Jahres“, Hubert Wallner vom See Restaurant Saag als „Koch des Jahres“ sowie Szene-Gastronom Martin Ho mit dem „Gastronomiekonzept des Jahres“ für sein Lokal 1o1.

Lehrlingswoche

Zum siebten Mal übernahmen diese Woche Lehrlinge eine BILLA Filiale. 200 Auszubildende im dritten Lehrjahr durften eigenverantwortlich in den echten Job schlüpfen und hinter die Kulissen eines echten Filialbetriebes zu schauen. Österreichweit waren  neun Filialen mit an Bord, darunter drei Wiener Filialen – in der Knöllgasse, der Unteren Viaduktgasse und Am Hundsturm in Wien. „Unseren Lehrlingen die Chance zu geben, ihre Führungs- und Organisationsqualitäten unter Beweis zu stellen, ist uns ein großes Anliegen“, so Billa  Vorstandssprecher Robert Nagele (im Bild – er besuchte das Lehrlingsteam in der Unteren Viaduktgasse und läutete die Projektwoche ein).