Büro von innen: "Getrennt. Und das ist gut so"

Die beiden Inhaber von DiTech haben ihre Büros nebeneinander. Und sehen sich trotzdem oft die ganze Woche nicht.

Zwanzigster Bezirk, Dresdner Straße. Die Gegend ist besonders grau an einem Novembertag. DiTech leuchtet. Weil die Firmenfarbe ein sattes Rot ist und man die Zentrale des Computerfachgeschäftes deshalb schon von Weitem sieht. Rund viertausend Quadratmeter hat man hier gemietet, im Erdgeschoß das Geschäft, auf mehreren Stockwerken die Büros der Geschäftsführung, von Vertrieb, Marketing, Hotline, Finanz und Controlling. Aleksandra Izdebska und Damian Izdebski sind die Gründer und Inhaber von DiTech. Ihre Büros liegen im zweiten Obergeschoß. Voneinander getrennt. Gut so, finden sie. „Es ist eine besondere Herausforderung, als Ehepartner ein Unternehmen zu leiten. Wir sind beide Alpha-Menschen und mussten lernen, mit der geteilten Verantwortung umzugehen“, erzählt Aleksandra Izdebska. „Wichtig war es, die Arbeitsbereiche klar zu trennen und eben auch die Büros“, fügt Damian Izdebski hinzu. Er meint scherzhaft: „Ich mache, was mir Spaß macht, Aleksandra macht den Rest.“ Die Büros der beiden sind aufgeräumt und praktisch eingerichtet. Aleksandras Schreibtisch ist leer, „nur so kann ich auch Ordnung in meinem Kopf halten. Ein chaotischer Schreibtisch würde mich total verwirren“, sagt sie. In ihrem Büro gibt es eine Ledercouch für lockere, persönliche Gespräche mit Mitarbeitern und einen gläsernen Besprechungstisch. „Hier wird verhandelt, hier werden die Geschäfte gemacht, hier finden Mitarbeiter-Jahresgespräche statt“, erklärt sie. Der Bürohund, die brave Luna, gehört einem Mitarbeiter. Persönliche Note geben die gemalten Bilder an der Wand, sie wurden fast alle von Mitarbeitern gemacht. Und eine Stereoanlage, wo Aleksandra manchmal, ganz leise, klassische Musik hört. Ihre Tür steht immer offen, „ich bräuchte sie gar nicht“, sagt sie. Das passt zu ihrem Führungsstil: menschenfreundlich, kooperativ. Kontakt zu ihrem Geschäftspartner und Ehemann im Nebenbüro hält sie vorwiegend via SMS, Telefon, Messenger oder eMail. „Wenn er mich nicht erreicht, dann schreit er rüber“, scherzt sie. Aufgrund der geteilten Verantwortungen würde man einander manchmal im Büro aber die ganze Woche nicht sehen.
Damians Büro ist ähnlich angeordnet, nur der Besprechungstisch ist anders: weiße, auffällige Ledersessel, ein niedriger Glastisch, der vom DiTech-Logo getragen wird. An der Wand auch Kunst einer Mitarbeiterin: „Sie sollte die Umsatzentwicklung nachstellen. Das sieht dann so aus“ – Damian zeigt auf rote Treppen, die sich über das Bild ziehen. Beim Rundgang durch die Zentrale erkennt man die Computerbegeisterung von Damian. An der Wand bei der Rezeption hängt ein großer Touchscreen. Damit kann man virtuell und live alle 19 DiTech-Filialen besuchen. Man tippt das Geschäft auf der Österreichkarte an, die Webcam zeigt Bilder vom jeweiligen Verkaufsraum, man sieht Kunden herumgehen, zusätzlich poppt eine Statistik mit den aktuellen Umsatzzahlen des Tages auf. Überwachung? Nein. Nur ein technisches Spielzeug.
(kurier) Erstellt am
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