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Wirtschaft Karriere
03/30/2019

Alis Ansichten: „Reich werden, aber keine Ahnung, wie“

Gastkommentar von whatchado-Co-Founder, Trendforscher und EU-Jugendbotschafter Ali Mahlodji

War zuerst die Henne oder das Ei? Zuerst der Mensch oder die Maschine? Werden zukünftige Generationen die Antwort überhaupt noch wissen, wenn ihre LehrerInnen eines Tages humanoide Roboter sind? Während die einen in der Diskussion Stimmung machen für eine mögliche Terminator- Dystopie, die es zu stoppen gilt, feiern die anderen die Maschine als den Heilbringer, der alle Probleme lösen wird.

Wie so oft liegt die Wahrheit wohl in der Mitte und noch nie war der Hausverstand so wichtig wie jetzt. Auf der einen Seite lassen wir Tablets in der Schule hochleben. Auf der anderen Seite entdecken wir, dass der Jugend die Medienkompetenz für die neuen Kommunikationskanäle fehlt (den Erwachsenen übrigens auch). Wir freuen uns auf Apple Pay, müssen uns aber die Frage stellen, warum so viele Jugendliche so wenig Ahnung von Finanzen haben und später in Schuldenfallen landen.

Fragt man Jugendliche, was sie sich vom Leben wünschen, hört man alles zwischen „Spaß und Sinn“ bis hin zu „schnell reichen werden“. Letztere Antwort ist oft dem Elternhaus und seit Neuestem auch Social Media Influencern geschuldet, welche dieses Lebensziel, in bester Rattenfänger-Manier, lautstark propagieren.

In der Mitte stehen Jugendliche, die ihren Platz in der Gesellschaft suchen. Unternehmen, die dieses Dilemma erkannt haben, sehen sich nicht nur mehr als Arbeitgeber, sondern als Begleiter, diese Jugend fit für den gesellschaftlichen Diskurs zu machen.

Oder wie mir kürzlich ein Lehrlingsleiter eines KMU, der für seine Lehrlinge Finanzschulungen anbietet, sagte: „Wenn wir Jugendlichen bei aller Digitalisierung nicht beibringen, wie sie mit Geld umgehen, haben wir später Mitarbeiter, die zwar online arbeiten, aber kein gesellschaftliches Leben auf die Reihe bekommen.“

Durch diese Brille betrachtet, könnten sich Unternehmen als die Lebensschule sehen, in der Menschen all das lernen, was wir in der Schule nie gelernt haben. Das wäre doch eine schöne Utopie.

-Ali Mahlodji

Kontakt: karriere@kurier.at

Ali Mahlodji schreibt ab sofort regelmäßig für den KURIER: "Alis Ansichten" lesen Sie jeden Samstag im JOB Business.

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