Kampf gegen die Rekordarbeitslosigkeit

Mario Monti umgeben von Sicherheitsleuten und anderen Personen.
Premier Mario Monti spricht trotz Wirtschaftskrise bereits vom Licht am Ende des Tunnels.

Das ist nicht die einfachste Phase für Italien. Vor einem Jahr war die Krise ärger als heute, doch das war uns nicht bewusst. In vieler Hinsicht sehe ich, dass sich das Ende der Krise nähert," so Monti

Nicht alle teilen den Optimismus des 69-jährigen Mailänder Wirtschaftsprofessors. Sein Auftritt am Wochenende in Rimini wurde auch von lauten "lavoro, lavoro"-Protestrufen begleitet, mit denen junge Leute Arbeitsplätze forderten.

Die hohe Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen sei eine Plage für das Land, räumte Monti ein: "Eine ganze Generation zahlt dieser Krise einen hohen Preis." Der Professor erinnerte an die Maßnahmen seines Expertenkabinetts zu Liberalisierung, Wirtschaftswachstum und Einsparungen. Aber auch an die gezielten Förderungen für die Jugend. Prioritär seien Bildung, Universität und Forschung. Außerdem arbeite man daran, bürokratische Hürden abzubauen, die Italiens Arbeitsmarkt belasten.

Wie die Statistikbehörde Istat meldet, hat die Arbeitslosigkeit in der drittgrößten Volkswirtschaft des Euroraums mit 10,8 Prozent ein neues Rekordhoch erreicht. In einem Jahr ist die Zahl der Arbeitslosen um 761.000 Personen gestiegen. 2,8 Millionen Italiener suchen derzeit einen Job. Die Arbeitslosigkeit erreichte heuer den höchsten Stand seit 2004. Besonders leiden junge Leute zwischen 15 und 24 Jahren (34 Prozent) unter der Beschäftigungslosigkeit.

608.000 Jugendliche sind auf Jobsuche. Die Krise belastet vor allem auch Akademiker: Die Zahl der Arbeitslosen mit Uni-Abschluss stieg im ersten Quartal 2012 gegenüber dem Vorjahr um 41,4 Prozent. Besonders betroffen sind Frauen: 185.000 Akademikerinnen sind ohne Arbeit.

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