Kampf der Krise: IWF bekommt 430 Mrd. Dollar

REUTERSIMF Managing Director Christine Lagarde listens to a question at a news conference at the Spring Meetings 2012 of the IMF and World Bank Group in Washington, April 19, 2012.        REUTERS/Larry Downing    (UNITED STATES - Tags: POLITICS BUSINESS)
Foto: REUTERS IWF-Chefin Christine Lagarde lobt die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft.

Die "Feuerkraft" des Weltwährungsfonds wird massiv erhöht. Widerstand gab es zuletzt von den USA.

Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) verständigten sich am Freitag in Washington darauf, die globale "Feuerkraft" des Weltwährungsfonds um mehr als 430 Milliarden US-Dollar (326 Mrd. Euro) aufzustocken. Damit wird neben dem Ende März erhöhten Schutzwall um die Euro-Länder ein weiterer Rettungsschirm im Umfang von einer Billion US-Dollar für kriselnde Länder aufgespannt. IWF-Chefin Christine Lagarde äußerte sich dankbar über die Aufstockung als "extrem wichtige" Gruppenleistung.

Weil die Kreditvergabekapazität des IWF mit der Summe fast verdoppelt worden sei, habe er nun die richtigen "Werkzeuge", um die Krise zu bekämpfen, sagte Lagarde in Washington. Auch aufstrebende Länder wie Russland, Indien, China und Brasilien hätten Zusagen gemacht. Das Ergebnis zeige die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft, die Krise niederzuringen, sagte Lagarde.

Bei der Aufstockung der Krisenabwehrmittel des Währungsfonds werden jedoch möglicherweise nicht alle G20-Länder mitziehen. Widerstand gab es zuletzt von den USA sowie einigen Schwellenländern. Die Euro-Länder hatten bereits 150 Milliarden Euro zugesagt und damit etwa die Hälfte der neuen Finanzspritze. Deutschland steuert über die Bundesbank 41,5 Milliarden Euro bei. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte zuvor eine breite Beteiligung der Geldgeber eingemahnt.

Nicht an Regionen gebunden

Die G20-Länder sind größte Geldgeber und Anteilseigner des IWF. Mit der Mittelaufstockung wird das Volumen möglicher Notkredite der Finanzfeuerwehr für angeschlagene Länder von zuletzt 380 Milliarden Dollar etwa verdoppelt. Einschließlich verplanter Hilfen erhöht sich damit der globale IWF-Schutzwall auf mehr als eine Billion Dollar.

 "Dies ist das Ergebnis einer umfassenden internationalen Zusammenarbeit, die eine signifikante Zahl an Ländern einschließt", heißt es zur Mittelaufstockung in einer Erklärung der G20, die am Rande der Frühjahrstagung des IWF zusammenkamen. Auf Länder aufgeschlüsselt wird der Betrag nicht. Die Zusatz-Gelder seien nicht an Regionen gebunden und stünden allen 188 IWF-Mitgliedern zu.

Auch Schäuble begrüßte die Aufstockung. Die G-20 sowie der IWF hätten sich "klar zu einer Stärkung der globalen Schlagkraft" des Welt-Währungsfonds bekannt: "Dadurch wird der IWF in die Lage versetzt, für alle Herausforderungen rund um den Globus ausreichend aufgestellt zu sein. Europa hat seine Hausaufgaben gemacht und war bei den Ankündigungen, was zusätzliche Mittel für den IWF betrifft, vorausmarschiert."

 G20 und der IWF-Lenkungsausschuss IMFC bekannten sich zudem zur Verpflichtung, die 2010 beschlossene Quotenreform beim Währungsfonds bis zur Jahrestagung von IWF und Weltbank im Oktober diesen Jahres umzusetzen. Weiterhin im Blick habe man die Überprüfung der Quotenformel bis Jänner 2013 und eine weitere Überprüfung der Quotenverteilung unter den IWF-Mitgliedern bis Jänner 2014.

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(apa / dk) Erstellt am
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