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Wirtschaft
08/09/2021

Italiens Gastronomie beklagt Einnahmenverluste wegen Grünem Pass

Auch Betreiber von Vergnügungsparks melden Rückgänge bei der Kundenzahl.

Italiens Gastronomie beklagt Einnahmenrückgänge am ersten Wochenende, seitdem im Land ein Grüner Pass für Kunden in den Innenräumen von Lokalen gefordert wird. Der Verband "Filiera Italia", der Konzerne der italienischen Landwirtschaft- und Lebensmittelindustrie vereint, registrierte einen 25-prozentigen Rückgang der Besucherzahlen in Restaurants und Bars.

"Jeder vierte Italiener hat auf einen Restaurantbesuch verzichtet, vor allem Familien mit minderjährigen Kindern", erklärte Luigi Scordamaglia. "Die Impfquoten bei Jugendlichen unter 18 Jahren sind immer noch zu niedrig", sagte Scordamaglia. Er forderte, dass die Altersgruppe von 12 bis 18 Jahren zumindest bis September sofort von der Verpflichtung befreit werde, einen Grünen Pass vorzuzeigen. Dies sei wichtig, um den Gastronomiesektor zu unterstützen, der seit Ausbruch der Pandemie besonders hart getroffen wurde.

Weitere Verschärfungen kommen

Seit Freitag ist in Italien unter anderem für Restaurantbesuche im Innenbereich, in Museen, Fitnessstudios und Schwimmbädern ein Impfnachweis, ein 48 Stunden gültiger negativer Corona-Test oder ein Genesungsnachweis notwendig. Ab 1. September werden nur Passagiere mit Grünem Pass auf Fernstreckenzügen zugelassen. Ab Anfang September müssen Universitätsprofessoren und -studenten, sowie Schullehrer den Grünen Pass vorweisen. Dagegen kam es am Samstag - ähnlich wie in Frankreich - zu Protesten in mehreren italienischen Städten.

Gegen den Grünen Pass protestieren auch die Betreiber von Vergnügungsparks. Wegen der seit Freitag geltenden Pflicht, den Grünen Pass vorzuweisen, kam es zu einem Zusammenbruch bei den verkauften Eintrittskarten von 50 Prozent, beklagte der Verband der italienischen Vergnügungsparks. Der Rückgang sei darauf zurückzuführen, dass diese Parks mehrheitlich von Kindern und Jugendlichen besucht werden, die oft keinen Grünen Pass haben.

Nur "stichprobenartige Kontrollen" durch Polizei

Lokalinhaber seien keine Polizisten und sind daher nicht befugt, die Ausweise von Kunden zu kontrollieren, die ihnen den Grünen Pass vorzeigen, sagte Innenministerin Luciana Lamorgese gegenüber Journalisten am Montag. Die Einhaltung der Regeln sei wichtig, die Ministerin schloss "stichprobenartige Kontrollen" der Polizei in Lokalen nicht aus, um zu prüfen, ob der Grüne Pass der Gäste kontrolliert worden sei. Es sei jedoch "undenkbar", dass die Kontrollen in den Lokalen von der Polizei durchgeführt werden. "Das würde bedeuten, dass sie von ihrer vorrangigen Aufgabe, nämlich der Gewährleistung der Sicherheit, abgelenkt werden", betonte Lamorgese, die den Grünen Pass als Maßnahme zur Eingrenzung der Infektion verteidigte.

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