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Insolvenz
03/25/2014

bauMax: Das wackelige Ost-Geschäft

Creditreform-Chef Weinhofer glaubt, nur das Österreich-Geschäft retten zu können. Essl will alles retten.

Gerhard Weinhofer, Chef des Gläubigerschutzverbandes Creditreform, rechnet damit, dass man bei bauMax zumindest das Österreich-Geschäft retten könnte. Weniger optimistisch ist er für Osteuropa: Dort und in der Türkei sei mit hohen Schließungskosten zu rechnen, sagte Weinhofer am Dienstag im Ö1-Morgenjournal. Firmengründer Karlheinz Essl teilt diese Ansicht nicht, er will alles retten.

Die Chance, dass bauMax als solches erhalten bleibt, schätzt Weinhofer (Bild) auf "größer als 50 Prozent." Essl geht davon aus, dass die Baumarktkette mit dem Geld aus dem Kunstverkauf an den Staat gerettet werden kann. Zwar stehe jedes Land auf dem Prüfstand und es werde zu einzelnen Schließungen kommen, räumte er ein, ob es Insolvenzen geben werde, werde man aber erst sehen.

Ost-Expansion "nicht gerechtfertigt"

Wie so viele Unternehmen hat sich auch bauMax mit der Expansion in den Osten übernommen. Die Expansion nach Osteuropa sei rückblickend "nicht in der Weise gerechtfertigt" gewesen, sagte Essl. "Im Nachhinein kann man das natürlich leicht kritisieren." Jedes Unternehmen, das international tätig sein wolle, brauche eine entsprechende Größe. Die Krise habe vielen Firmen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Investoren hätten sich zurückgezogen, die Kaufkraft in diesen Ländern sei sehr gering, die Arbeitslosigkeit gestiegen.

bauMax befindet sich tief in den roten Zahlen. Die osteuropäischen Tochterfirmen sind unter Wasser, allein die rumänische Tochter schrieb 2012 einen Verlust von rund 26 Mio. Euro. In der Türkei betrugen die Verluste 14 Mio. Euro, in Kroatien machten sie fast 11 Mio. Euro aus. Im größten Auslandsmarkt Tschechien waren es 2012 6,7 Mio. Euro Miese. In Bulgarien schrieb die Kette einen Verlust von 6,5 Mio. Euro, in Slowenien waren es 4,2 Mio. Euro. Einzig in der Slowakei machte bauMax einen Jahresüberschuss von 1,1 Mio. Euro. Zahlen für 2013 liegen noch nicht vor.

Schon im Prüfungsurteil für 2012 räumten die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young ein, dass der Fortbestand des Unternehmens gefährdet ist, wenn die geplanten Restrukturierungsmaßnahmen nicht umgesetzt werden können. Das Grundkapital von bauMax war zu dem Zeitpunkt bereits zu mehr als der Hälfte aufgebraucht.

Land NÖ fordert Sanierungskonzept

Das Land NÖ wolle bei der in Turbulenzen geratenen bauMax-Gruppe "alles daransetzen, die gefährdeten Arbeitsplätze nachhaltig abzusichern", betonten LHStv. Wolfgang Sobotka (ÖVP) und Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav (ÖVP) am Dienstag. Aber der Weg dorthin sei noch zu diskutieren. "Denn bis dato liegt noch kein schlüssiges Sanierungskonzept der Unternehmerfamilie Essl vor."

Ohne ein solches "öffentliche Gelder für eine Sanierung zu verwenden, ist fragwürdig und wird von mir entschieden abgelehnt", machte Sobotka klar. Jetzt seien die Banken in die Pflicht zu nehmen. Eine Lösung zu deren Gunsten und zulasten der Arbeitnehmer und Steuerzahler werde das Land "sicher nicht akzeptieren". Bohuslav sieht Eigentümervertreter Karlheinz Essl gefordert, ein Sanierungskonzept gemeinsam mit den finanzierenden Banken schnellstmöglich auf den Tisch zu legen, um die bauMax-Standorte langfristig abzusichern.

baumax-Häuser "ordnungsgemäß" geliefert

Der Fertigteilhausanbieter Elk versucht in der angespannte Lage rund um die Baumarktkette bauMax zu beruhigen. "Jedes bestellte bauMax-Haus wird ordnungsgemäß von uns geliefert. Für unsere Kunden bestehen keine Risiken", so Firmenchef Erich Weichselbaum am Dienstag. Die beiden Unternehmen kooperieren seit 2008.

Seit damals produziert Elk in Kooperation mit bauMax das sogenannten bauMax-Haus. Im Vorjahr seien 115 bauMax-Häuser verkauft worden, seit Beginn der Zusammenarbeit rund 450.

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