Rüsten für den Prozess - es dürfte ein langer werden.

© REUTERS/PHILIPPE WOJAZER

Prozess
10/03/2014

Insider-Verdacht bringt Airbus-Manager vor Gericht

Die Manager scheffelten mit dubiosen Aktien-Deals im Jahr 2006 Millionen.

Wegen des Verdachts auf Insider-Handel müssen sich aktive und ehemalige Airbus-Manager sowie die Konzerne Daimler und Lagardère ab Freitag verantworten. Konkret will das Gericht in Paris herausfinden, was die insgesamt sieben Manager - darunter Verkaufschef John Leahy - bei der Veräußerung von Aktien 2006 unter anderem über technische Probleme des A380 wussten.

In den Jahren 2005 und 2006 erzielten mehr als 1000 EADS-Manager Gewinne teils in Millionenhöhe aus dem Verkauf ihrer EADS-Aktienoptionen. Im April 2006 warfen die Großaktionäre DaimlerChrysler und Lagardère 122 Millionen EADS-Aktien auf den Markt und gaben je 7,5 Prozent Anteile ab. Im Juni 2006 räumte die EADS-Tochter Airbus "ernste Probleme" im Produktionsablauf für den Riesenflieger A380 ein und verschob Auslieferungen. Gleichzeitig kündigte EADS Auswirkungen auf Gewinnerwartungen für die kommenden Jahre an. Die Börse reagierte heftig: der Kurs der EADS-Aktie brach um gut 26 Prozent ein. Mehr als 5 Milliarden Euro Marktkapital lösten sich in nichts auf.

Börsenaufsicht stellte Persilschein aus

Die Airbus-Gruppe selbst steht nicht vor Gericht. „Wir weisen auf den vollständigen Freispruch aller Beschuldigten durch die französische Börsenaufsicht (AMF) 2009 hin. Wir werden alle Beschuldigten unterstützen und sind überzeugt, dass auch das zweite Verfahren mit Freispruch endet“, teilte ein Airbus-Sprecher mit. Der Freispruch war damals in Frankreich teilweise heftig kritisiert worden.

Der Prozess begann mit Verfahrensfragen, vor allem zur Legitimität erneuter Verhandlungen um dieselbe Strafsache nach der AMF-Entscheidung vom Dezember 2009. Die Verteidigung wollte auf die europäische Rechtslage pochen, die dieses ausschließt. Frankreich lässt jedoch weiterhin eine solche zweifache Strafverfolgung zu.

Insiderhandel kann in Frankreich mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden. Empfindlich ist auch die mögliche Geldstrafe: bis zum zehnfachen Wert des Gewinns aus dem verbotenen Geschäft. In einem Fall könnten das mehr als 43 Millionen Euro sein.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.