Inflation sinkt, aber Spritpreis steigt

Die Rekordjagd des Spritpreises schlägt auf die Teuerungsrate durch. Tankstellenbetreiber fordern eine Steuersenkung.

Jetzt ist also auch Bentley dem SUV verfallen. Hatten Bentley-Kunden früher vielleicht allenfalls einen Range Rover für die Ausfahrt in den Forst in der Garage, so könnte für solche Grobheiten künftig auch der Bentley herhalten. Noch ist es nicht so weit und noch ist der EXP 9F eine Studie. Es scheint aber sicher, dass es in etwa drei Jahren ein SUV von Bentley geben wird, zumal Firmenchef Dürheimer auch schon durchblicken lässt, dass es einen V12 und einen Hybrid geben wird. Sonst setzen die Anbieter von SUV auf Kompaktes und Leistbares. Opel präsentiert den Mokka, der Ende des Jahres kommt. Der 4,28 m lange Opel wird mit Benzinern (115 und 140 PS) und Diesel (130 PS) angeboten. Wahlweise gibt’s Front- oder Allradantrieb. Ebenfalls Front-oder Allradantrieb hat der neue Mitsubishi Outlander, serienmäßig ist eine dritte Sitzreihe. Der Outlander ist ab Herbst mit 2,0-Benziner oder 2,2-Diesel zu haben. Die technische Basis des Mitsubishi ASX nutzt der PSA-Konzern, um darauf die kompakten SUV C4 Aircross von Citroën und ... ... 4008 von Peugeot zu stellen. Mit 4,34 Meter Länge bleibt man noch relativ kompakt, auch hier wird es Front oder Allrad geben, mit Diesel und Benzinmotoren ab 115 PS. Der Citroën soll ab Frühjahr verfügbar sein, der Peugeot ab Herbst. Einen neuen Look gibt es auch für den Honda CR-V . Die Länge bleibt wie gehabt, auch an den verfügbaren Motorisierungen ändert sich nichts. Allerdings wird man später auch eine Frontantriebsversion anbieten. Der CR-V kommt gegen Ende des Jahres. Bei Ford protzt man damit, dass sich beim Kuga die Heckklappe durch einen Sensor unterhalb der Stoßstange öffnen lässt, Fuß hinhalten genügt. Der neue Kuga ist mit 140- und 163-PS-Diesel ab Anfang 2013 zu haben. Ein Facelift gibt es für den Lexus RX 450 h (im aktuellen Lexus-Look) und ... Nur Radfahrer regen Autofahrer meist noch mehr auf als die Spritpreise – diese sind weiterhin auf Rekordniveau

Der KURIER-Bericht über den Boom bei sportlichen Geländeautos (SUVs) in Zeiten von Spritpreisrekorden hat vielfältigste und teils erstaunliche Reaktionen ausgelöst.

Aufseiten der SUV-Fans wird gerne auf Aspekte wie Sicherheit und Fahrvergnügen bei mittlerweile erstaunlich geringen Verbrauchswerten hingewiesen. Andererseits melden sich Pkw-Besitzer zu Wort, die auf automobile Sparmöglichkeiten bei Versicherungen oder Sommerreifen verweisen und die geringen SUV-Verbrauchsangaben der Herstellerfirmen als "Volksverblödung" kritisieren. Kaum jemand findet sich allerdings, der den Spritpreis als fair empfindet und daran wird sich auch so schnell nichts ändern.

Inflation: Niedrigster Wert seit Jänner 2011

Wie man anhand der neuesten Inflationsdaten vom März sieht, sinkt zwar in Österreich die allgemeine Teuerung und ist über alle Warengruppen gerechnet mit 2,4 Prozent bereits auf dem niedrigsten Wert seit Jänner 2011. Hauptpreistreiber waren dieses Mal Wohnen, Wasser und Energie.

Doch vor allem auch der Spritpreis mit einer Steigerung um stolze acht Prozent im Vergleich zum März des Vorjahres lässt wieder aufhorchen. Dazu kommt: Die Wartung und Reparatur von Autos kostet im Durchschnitt um drei Prozent mehr als im März 2011. Lediglich der Ankauf neuer Pkw verbilligte sich geringfügig um ein Prozent (Auswege aus der Spritkosten-Falle finden Sie hier).

Zulassungen

Die Österreicher gehören in der EU momentan auch zu den treuesten Auto-Käufern. Während europaweit die Pkw-Neuzulassungen im März den sechsten Monat in Folge geschrumpft sind (minus sieben Prozent im Durchschnitt), stiegen die Neuzulassungen in Österreich um 5,8 Prozent. Gewinner sind hierzulande die Pkw-Marken Hyundai, Skoda und Audi, auf der Verliererseite fahren derzeit vor allem Opel und Peugeot. Ein klarer Zusammenhang mit der Treibstoffpreisproblematik lässt sich hier nicht wirklich heraus lesen.

Wesentlich klarer ist da der Konnex zwischen Spritpreis und Steuerbelastung, wie die oberösterreichische Doppler-Gruppe einmal mehr aufzeigt.

Der größte unabhängige Betreiber von rund 200 Tankstellen in Österreich (Turmöl, BP, Shell) warnt eindringlich vor einer Spritpreisregulierung in Form des beabsichtigten Preiskorridors. Einzig echter Profiteur von steigenden Rohstoffpreisen sei das Finanzministerium. Doppler-Chef Bernd Zierhut erinnert an vier Mineralölsteuererhöhungen im vergangenen Jahrzehnt. Das allein habe den Liter Benzin um 10,8 Cent und den Liter Diesel um 14,3 Cent verteuert.

Wolle man politisch wirklich niedrigere Spritpreise erzielen, seien in erster Linie die Erdölproduzenten anzusprechen. "Sollte das nicht in die ministeriellen Aufgaben fallen, so sollte es zu einer Kürzung der Mineralöl- und Mehrwertsteuer kommen, um den leidgeplagten Autofahrern günstigere Spritpreise zur Verfügung zu stellen", sagte Zierhut in Richtung Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Auch die Doppler-Gruppe würde sich über niedrige Treibstoffpreise freuen.

Am Dienstag bewegten sich die Preise an den heimischen Zapfsäulen kaum. Tags zuvor erreichte laut ARBÖ Eurosuper mit 1,53 Euro im österreichweiten Durchschnitt ein neues Allzeithoch. An den Großhandelsmärkten in Rotterdam waren die Treibstoff-Notierungen in den vergangenen Tagen hingegen leicht rückläufig.

(kurier) Erstellt am
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