Unliebsamer Besucher: Der Specht am Haus

Kleine Tiere großer Schaden. Immer mehr Spechte bauen ihr Nest in wärmegedämmten Fassaden. IMMO erklärt, was man dagegen tun kann.

Unglaublich, aber wahr – Spechte suchen sich ihre Wohn- und Bruthöhlen immer häufiger in Fassaden mit Vollwärmeschutz. Grund dafür ist das hohl klingende Geräusch, das beim Klopfen gegen ein mit Wärmedämmverbundsystem (kurz: WDVS) ausgestattetes Haus erzeugt wird – die Vögel halten die Fassade daher für einen morschen Baum. "Spechtschäden treten immer wieder auf. Besonders in Deutschland, im Raum Berlin und München, gibt es eine Steigerung der Fälle, weshalb dort die erste Spechtschaden-Hotline eingeführt wurde", erklärt Michael Hladik, Sachverständiger für Putze und Wärmedämmfassaden: "Da immer mehr Fassaden mit Wärmedämmung gebaut werden und sich die Spechte ebenfalls vermehren, werden solche Schäden immer häufiger." Wer mitbekommt, dass sich ein Vogel auffällig oft in der Nähe des Hauses aufhält, sollte ihn sofort verjagen. Es ist verboten die Tiere zu verletzten, zu fangen oder zu töten. Darum muss man auf kreative Abschreck-Maßnahmen zurückgreifen. Auch Großvogel-Attrappen und flatternde Plastikbänder, die an den Hauswänden befestigt werden, haben sich gut bewährt. Ein weiterer Tipp ist das Aufmalen von Greifvogel-Silhouetten. Ist einem das zu aufwendig, kann man auch gekaufte Folien aufkleben, die den Umriss eines Greifvogels zeigen. Allerdings ist auf einen Gewöhnungseffekt zu achten: Stellt der Specht fest, dass diese Dinge keine Gefahr darstellen, kehrt er zurück und setzt seinen Nestbau fort.
(KURIER / Saskia Jucker) Erstellt am
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