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Wirtschaft | Immobiz
06/14/2019

Seestadt Aspern: Das Hoho ist fast fertig

Eines der höchsten Holzhäuser der Welt entsteht gerade in Wien. Nun durfte es erstmals betreten werden.

Reingehen. Holz riechen. Das konnte man Anfang Juni im Hoho, einem der höchsten Holzhäuser der Welt. Das Prestigeprojekt von Investor Günter Kerbler hat seine maximale Bauhöhe – satte 84 Meter – erreicht. Immer noch eingerüstet steht es da, nach 2,5 Jahren Bauzeit, am Wasser der Seestadt Aspern. Im Herbst wird es komplett fertig sein. Ein Vorzeigeprojekt für die Welt.

Architekt des Hoho ist Rüdiger Lainer. Der Professor für Architektur der Akademie der bildenden Künste in Wien wollte das Haus „einfach bauen“. Einfach im Zusammenbau, mit wenigen Elemente, ein Baukasten-System wie in einem Kinderspiel. Dass das Haus aus Holz gebaut ist, sollte weithin sichtbar sein. Lainer: „Wir haben gesagt, wir wollen sichtbare Holzoberflächen, auch mit dem Argument der Kontrolle. Wenn ich einen Hohlraum habe, sehe ich absolut nicht, was passiert. Da kann es glosen, da kann es schimmeln, ich sehe es nicht. Die Sichtbarkeit des Holzes war für uns also auch ein Sicherheitsargument. Wir haben Günter Kerbler gesagt, wenn wir das Haus irgendwie kapseln und mit Gipskarton verkleiden müssen, dann würden wir es gleich aus Beton bauen“.

Mit dem Material Holz hat man im Hochhausbau neue Maßstäbe gesetzt – auch wenn ein Holz-Hochhaus in Norwegen mittlerweile 1,4 Meter höher ist – allerdings nur wegen eines Metallaufsatzes am Dach. Holz ist eine umweltfreundliche Alternative zu anderen Baumaterialien, wächst auch noch nach: in einer Stunde und 17 Minuten ist das Holz, das man für Hoho verbaut hat, in Österreich nachgewachsen.

Im neuen Stadtteil Aspern, dort wo einst – 1912 – Erzherzog Karl und Zita auf der Veranda des Pavillons auf dem Flugfeld Aspern standen, wo es 1920 den modernsten Flughafen Europas mit jährlich 6.000 Landungen gab, entstehen heute innovative Bauprojekte, entsteht eine Welt zum Wohnen und Arbeiten. Rund ein Viertel von dem, was hier gebaut werden soll, ist fertiggestellt. Nach 20 Jahren Bauzeit leben hier einmal 20.000 Menschen. Mit dem Hoho hat die Seestadt Aspern ein imposantes Wahrzeichen erhalten. Oder, wie der Architekt sagt: „Einen visuellen Reiz, eine Differenzierung, eine sinnliche Intensität.“