Wirtschaft | Immobiz
11.07.2018

Hilfe gegen die Hitze im Wohnraum

Klimaanlage, Ventilator oder richtig lüften? Was zu tun ist, um einen Hitzestau im Wohnraum zu vermeiden.

Sonnenschirm auf und raus auf den Balkon. Während das Sonnenbaden draußen Spaß macht, werden die hohen Temperaturen im Wohnraum zur Qual. Um einen Hitzestau in den eigenen vier Wänden zu verhindern, müssen Vorkehrungen getroffen werden.

Sabine Vogel, Energieberaterin bei der Umweltberatung, empfiehlt die Wärme so lange wie möglich abzuschirmen. „Außenliegender Sonnenschutz vor dem Fenster hält die Hitze am effektivsten draußen“, sagt Vogel.

Das Problem dabei: Ist dieser nicht bereits montiert, dürfen Verbauungen nur mit Zustimmung des Vermieters vorgenommen werden. Rechtsanwalt Peter Hauswirth bestätigt das und weiß: „Da die Anbringung von Außenrollos bei nur einer Wohnung in den meisten Fällen das äußere Erscheinungsbild beeinträchtigt, kann der Vermieter die Zustimmung verweigern.“

Hitze aussperren

Eine unkompliziertere Lösung bietet das Unternehmen Blinos. „Unsere Rollos werden mit einer Klemmtechnik an den Fensterrahmen befestigt. Dabei werden weder Hausmauer noch Fenster beschädigt und die Mieter brauchen keine Genehmigung“, erklärt Firmenchef Stefan Hofinger.

Der Nachteil: Das Stecksystem funktioniert derzeit nur an modernen Kunststoffenstern. Für Jahrhundertwendehäuser ist Blinos also noch nicht geeignet. Energieberaterin Vogel hat trotzdem einen Tipp: „Die Kastenfenster in Altbauwohnungen bestehen meist aus zwei Gläsern. Dazwischen können Jalousien angebracht werden. So werdendie Sonnenstrahlen nach dem ersten Fenster blockiert. Dicke, zugezogene Vorhänge helfen ebenfalls. Und: „Die Fenster nur am Abend oder frühen Morgen öffnen, wenn es draußen kühler ist“, rät Vogel. So könne Hitze relativ lange abgehalten werden.

Sind die Mauern erst einmal aufgeheizt, ist eine längere Kälteperiode notwendig, um die Temperatur nach unten zu treiben. Währenddessen wichtig: Querlüften. Der Luftzug verschafft nicht nur den Bewohnern, sondern auch den warmen Hausmauern kurze Abkühlung – genau wie ein Ventilator. Den würde die Energieexpertin jeder Klimaanlage vorziehen. „Ein Ventilator verbraucht rund 40 Watt, während eine Klimaanlage zwischen 1500 und 2000 Watt benötigt“, sagt Vogel. Eine weiterer Kühleffekt entstehe durch Fassadenbegrünung. „Das weiß auch die Stadt Wien und greift immer mehr zu Kletterpflanzen, die durch Verdunstung Hausmauern und Wohnräume abkühlen“, erklärt sie.

Innere Abkühlung

Der nasse Wäscheständer senkt die Temperaturen übrigens nicht. „Das Prinzip der Verdunstungskälte besteht, bringt aber eher einen gefühlten Kühleffekt statt echter Abkühlung“, so Vogel.

Da sei körperliche Erfrischung sehr viel effektiver. Ausreichend trinken, am besten lauwarmen Tee. Ein nasses Tuch in den Nacken legen und ein kühles Fußbad nehmen. Vogel: „Das bringt den hitzgeplagten Kreislauf wieder in Schwung.“