Milliardenmarke geknackt: Das Wiener Zinshaus ist zurück

Im Jahr 2025 wurden in Wien 348 Transaktionen registriert. Das ist die höchste Anzahl seit drei Jahren und entspricht einem Plus von 18 Prozent im Vergleich zu 2024.
Zinshausfassade im 3. Bezirk

Der Wiener Zinshausmarkt hat im Jahr 2025 eine deutliche Erholung verzeichnet: Sowohl das Transaktionsvolumen als auch die Anzahl der Verkäufe sind im Vergleich zu 2024 deutlich gestiegen. Erstmals seit 2022 wurde wieder die Milliardenmarke geknackt. Das zeigt der aktuelle Zinshaus-Marktbericht von Otto Immobilien. „Der Wiener Zinshausmarkt sendet mit dem Überschreiten der Milliardenschwelle ein klares Erholungszeichen. Ein Signal, dass sich das Vertrauen der Investoren verstärkt“, sagt Eugen Otto, Geschäftsführer von Otto Immobilien. 
Mit einem Transaktionsvolumen von rund 1,04 Mrd. Euro (+19 Prozent im Vergleich zu 2024) und 348 registrierten Verkäufen wurden die Vorjahreswerte klar übertroffen. „Von Rekordwerten wie in den Jahren 2021 und 2022 ist der Zinshausmarkt zwar noch entfernt. Wir erwarten aber, dass sich die Erholung fortsetzt, und rechnen heuer mit einem weiteren Wachstum des Transaktionsvolumens“, so Research-Leiter Martin Denner.

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Die Transaktionen am Wiener Zinshausmarkt sind von 2024 auf 2025 um 18 Prozent gestiegen.

Stabile Preise

Die Preise am Wiener Zinshausmarkt haben sich insgesamt stabilisiert. Nur die Bezirke Wieden und Alsergrund stechen heraus. Während die Maximalpreise im Bezirksdurchschnitt um rund ein Prozent zulegten, waren es im 4. und 9. Bezirk sogar um durchschnittlich rund acht Prozent. Der Minimalpreis liegt aktuell bei 1.540 Euro pro m², die Maximalpreise in Toplagen erreichen bis zu 10.557 Euro pro m².

Die Signale für das laufende Jahr sind nach Einschätzung der Experten positiv, auch wenn die geopolitischen Entwicklungen gewisse Unsicherheiten bergen. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete das Zinshaus-Team jedenfalls eine deutlich höhere Anzahl an Anfragen sowohl professioneller als auch privater Kunden. „Die Marktstimmung hat sich in den letzten Quartalen spürbar aufgehellt“, sagt Philipp Maisel, Leiter Investment bei Otto Immobilien.

Das Zinshaus wird zum raren Gut 

Der Bestand an Wiener Gründerzeit-Zinshäusern nimmt weiter ab. Otto Immobilien erfasst aktuell 13.346 Objekte, was einen weiteren Rückgang von 42 Objekten seit der letzten Berichtsperiode bedeutet. Seit Beginn der Erhebungen im Herbst 2009 wird sogar ein Minus von 2.182 Objekten verzeichnet. Hauptursache bleibt die Umwandlung in Wohnungseigentum durch Parifizierung. Nutzungsänderungen – etwa die Umwidmung zu Hotelnutzung – spielen ebenfalls eine Rolle, Abrisse sind hingegen selten und unterstreichen die hohe bauliche Qualität des Bestands.

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