Umbau statt Abriss: Dieses Wiener Projekt spart 10.000 Tonnen CO2

Im dritten Bezirk wird Bestand neu genutzt: Wie aus einem ÖBB-Standort aus den 1980-Jahren der moderne und nachhaltige Bürokomplex „enna“ wurde.
Betondialog

Nutzungen ändern sich, das Bauwerk bleibt: So geschehen beim Bürogebäude „enna“ im 3. Wiener Gemeindebezirk. Die gelungene Revitalisierung zeigt, dass 40 Jahre für ein Bauwerk aus Beton kein Alter sind. Die Betonstruktur des Vorgängerbaus aus den 1980er-Jahren konnte für das neue Projekt genutzt und damit Ressourcen geschont werden. Durch den Erhalt des Gebäudes wurden im Vergleich zu einem Neubau nahezu 10.000 Tonnen CO2-Äquivalent eingespart.

Umbau statt Abriss

Das 1984 von Architekt Heinz Neumann geplante Bauwerk wurde bis 2023 von den ÖBB als Bürogebäude genutzt. Der neue Eigentümer, Art-Invest Real Estate, entschied sich, das Objekt 2024 umzubauen und zu modernisieren, statt abzureißen. Dabei wurde der Gebäudekern erhalten, das Bauwerk thermisch saniert und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet.

Betondialog

Der in den 1980er-Jahren errichtete Betonskelettbau wird innen und außen nach Plänen des Architekturbüros Hohensinn Architektur revitalisiert.

Rund 60 Prozent der bestehenden Materialien wurden wiederverwendet. Die Fassadenplatten aus Aluminium wurden neu beschichtet und mit zusätzlicher Dämmung wieder montiert. Neu sind Deckenpaneele zur Heizung und Kühlung, die mit Fernwärme betrieben werden. Die Dächer und Innenhöfe wurden begrünt und zu attraktiven Freiflächen umgestaltet.

„Gerade im urbanen Raum lohnt es sich, Bestandsgebäude, die gut an die lokale Infrastruktur angebunden sind, zu erhalten und möglichst lange zu nutzen“, betont Karlheinz Boiger von Hohensinn Architektur, nach deren Plänen „enna“ revitalisiert wurde.

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