Hypotopia: Protestmarsch zum Parlament

Die 2009 notverstaatlichte Problembank Hypo Alpe Adria - gegründet 1896 als "Kärntner Landes-Hypothekenbank" - ist als Bank Geschichte. Der Hypo-Pleite beschäftigt Republik und Bürger seit Jahren: Mehr als zwei Wochen lang machte ein am Karlsplatz in Wien aufgebautes Stadtplanungs-Modell die Hypo-Kosten deutlich. Unter dem Projekttitel "Die Milliardenstadt" entwickelte eine Studenten-Gruppe das Konzept der Metropole "Hypotopia", die sich fiktiv auf einer Fläche von 12,17 Quadratkilometer erstreckt. Mit dem Modell wolle man die "unbegreiflichen Ausmaße dieses Finanzflopps" demonstrieren, so die Organisatoren. Am Donnerstag wurde das riesige Modell dann zerlegt und mit einem Protestmarsch zum Parlament "zu Grabe getragen". Die Aktivisten zeigten sich kreativ: Mit Einkaufswägen und Karren wurden die Einzelteile vom Karlsplatz zur Ringstraße transportiert. Diese medienwirksam inszenierte Veranstaltung wollte sich auch die Opposition (im Bild u.a.: Werner Kogler (l.), Gabriele Moser (r.) von den Grünen und Matthias Strolz (m.) von den NEOS) nicht entgehen lassen. "Wir akzeptieren auch und freuen uns, wenn die Opposition teilnimmt", sagte Lukas Zeilbauer (m.), Bauwesen-Student an der TU und einer der Hauptorganisatoren von "Hypotopia", im ORF-Interview. Gleichzeitig betonte Zeilbauer, dass das Projekt klar "politischen Bezug hat, aber keinen parteipolitischen",... ... eine Plattform für die Inszenierung der Politiker wollten die Studenten mit ihrer Milliardenstadt also nicht bilden (Bild: NEOS-Chef Matthias Strolz mit einem Baustein) Gegen 17 Uhr erreichte der Protestzug dann das Parlament. Was mit der Hypo passiert, ist klar. Aber was geschieht mit Hypotopia"? Teile davon sollen in einer Ausstellung Platz finden, der Rest kommt zum Beton-Recycling.
(KURIER / sho) Erstellt am
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