Gesundheitlich geht es ihm "einigermaßen": Berlin vor Gericht.

© APA/GERT EGGENBERGER

Hypo-Prozess
04/08/2014

Tilo Berlin will von nichts gewusst haben

Staatsanwalt forderte Schuldspruch und bezifferte Schaden mit 2,5 Millionen Euro.

Dass zwei der Mitangeklagten (Josef Kircher, Wolfgang Kulterer) GestĂ€ndnisse abgelegt hatten, dass so wie sie auch Siegfried Grigg (wenn auch nicht rechtskrĂ€ftig) vor wenigen Wochen verurteilt wurde (mehr dazu), scheint Tilo Berlin (55) ĂŒberhaupt nicht zu beeindrucken. Nur das gewohnte LĂ€cheln auf den Lippen ist schmĂ€ler geworden. Ein Zeichen der Angespanntheit? Geht es doch auch bei ihm um eine Haftstrafe. Dazu wollte er sich auf KURIER-Anfrage nicht Ă€ußern: "Wir werden sehen."

Drei AnwĂ€lte bot der Ex-Chef der KĂ€rntner Hypo-Bank zu seiner Verteidigung auf. Patrick Thun-Hohenstein ließ nichts unversucht, um Berlin in einem guten Licht erscheinen zu lassen. Ein ehemaliger Hypo-Mitarbeiter, der zu Berlins Zeiten fĂŒr den Global Market zustĂ€ndig war, wurde zur Entlastung aufgeboten. Doch der Mann sagt nichts Neues. Und so blieb das Belastende, das Kircher bei seiner Zeugenaussage vor einer Woche in den Raum gestellt hatte. NĂ€mlich: Berlin habe mit der Übernahme der Vorstandsfunktion ĂŒber die Eigenmittel-schĂ€dliche RĂŒckkaufgarantie der Vorzugsaktien 2006 Bescheid gewusst.

"Warum hat Kircher Sie belastet", wollte Thun-Hohenstein von Berlin wissen. "Weil ich ihn wegen des Verdachts des schweren Betruges angezeigt hatte", antwortete Berlin und ging zum Gegenangriff ĂŒber: "Kircher hat ĂŒber Eigenmittel-schĂ€dliche Nebenvereinbarungen nie mit mir gesprochen."

Staatsanwalt Robert Riffel sah es allerdings anders. In seinem Schlussvortrag stellte er fest, "es gab das Wissen, dass das Geld abfließt und der Gewinn der Bank geschmĂ€lert wird". Damit sah er den Tatbestand der Untreue gegeben (Schaden 2,5 Mio. Euro) und forderte eine "angemessene Strafe".

Thun-Hohenstein und Berlin-Bruder Malte legten in mehr als dreieinhalb Stunden dar, warum der Angeklagte unschuldig sei. Sie warfen Staatsanwalt und Gutachter "gravierende Fehler" vor, stellten "Kronzeugen" Kircher als "LĂŒgner und BetrĂŒger" hin und forderten einen Freispruch. Am Abend stand das Urteil noch aus.

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