© KURIER/Jeff Mangione

Hypo Group Alpe Adria
07/17/2015

Hypo-Balkanbanken: Verkauf ist abgeschlossen

Der Verkauf des SEE-Bankennetzwerkes an Advent International und EBRD ist unter Dach und Fach.

Die Abwicklung der Heta, der Bad Bank der früheren Hypo Alpe Adria Bank, ist einen großen Schritte weiter gekommen. Der Verkauf des bisherigen Südosteuropa-Bankennetzwerkes an den Finanzinvestor Advent International und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) ist heute, Freitag, erfolgreich abgeschlossen worden.

Die Europäischen Zentralbank (EZB) und der Finanzmarktaufsicht (FMA) haben ihre Zustimmung zum Verkauf gegeben. Die letzte aufschiebende Bedingung betraf die Erweiterung der Banklizenz. Das SEE-Bankennetz firmiert künftig unter den Bezeichnung "Hypo Group Alpe Adria".

"Mit dem Closing des SEE-Verkaufs vor dem 31. Dezember 2015 konnte die Heta eine zentrale Vorgabe der EU-Kommission fristgerecht umsetzen", sagte Heta-Vorstandschef Sebastian Prinz von Schoenaich-Carolath. "Der Hypo Group Alpe Adria und Ihren Mitarbeitern wünschen wir auf diesem Wege viel Erfolg." Der neue Alleinaktionär der Hypo Group Alpe Adria AG ist die AI Lake (Luxembourg) S.a.r.l., eine Beteiligungsgesellschaft im Eigentum von Advent International und EBRD.

Neue Führung

Der Vorstand des SEE-Netzwerks wird künftig vom neu ernannten Vorstandsvorsitzenden Ulrich Kissing geführt. Darüber hinaus gehören Johannes Proksch als Chief Financial Officer, Stefan Selden als Chief Risk Officer und Rainer Sichert als Chief Operating Officer (COO) und Head of Sales dem Vorstand an. Es ist geplant, den Vorstand der Gruppe weiter zu verstärken.

Stammsitz bleibt Klagenfurt

"Details werden in den nächsten Wochen bekannt gegeben", heißt es in einer Aussendung. "Die regionalen Managementteams in Kroatien, Serbien, Slowenien, Bosnien Herzegowina und Montenegro wurden von den neuen Eigentümern in den jeweiligen Positionen bestätigt. Das Bankennetzwerk wird weiterhin in Klagenfurt, Österreich, beheimatet und mit einer österreichischen Banklizenz ausgestattet sein."

Advent und die EBRD zahlen einen Kaufpreis innerhalb der in der Kaufvereinbarung (SPA) vereinbarten Spanne. Der endgültige Preis hängt davon ab, ob die HGAA bis Ende 2015 bestimmte Zielwerte erreicht, so Advent. "Die vom österreichischen Staat besicherten Liquiditätslinien über rund 2,2 Milliarden Euro bleiben bestehen." Die Parteien haben eine Vereinbarung über die schrittweise Rückzahlung der bestehenden Kredite über die nächsten Jahre getroffen.

1,2 Millionen Kunden

„Wir übernehmen heute ein Bankennetzwerk mit einer starken Bilanz und einer langfristig gesicherten Finanzierung“, erklärte Christian Stoffel, Director bei Advent International in Frankfurt. „Rund 1,2 Millionen Kunden, 250 Niederlassungen in fünf Ländern, eine Kapitalquote von über 20 Prozent, langfristige Finanzierungsmittel von über zwei Milliarden Euro, ein sauberes Kreditportfolio mit einer Quote von rund zwölf Prozent problembehafteter Kredite sowie ein starkes Führungsteam sind eine hervorragende Ausgangsposition, von der aus wir die HGAA zur ersten Wahl für unsere Kunden machen werden.“

EBRD will Know-how einbringen

Nick Tesseyman, EBRD Managing Director, Financial Institutions, sagte: „Als Miteigentümer werden wir dazu beitragen, all unsere Kunden in Kroatien, Serbien, Slowenien, Bosnien Herzegowina und Montenegro erstklassige Dienstleistungen zu bieten. Unser klares Ziel ist es, die Bankengruppe als eine der Top 5 Banken in der Region zu etablieren. Die EBRD wird dabei sowohl ihren finanziellen Beitrag leisten als auch ihre Erfahrung einbringen. Ziel ist es, die nachhaltige Entwicklung dieses Bankennetzwerks sicherzustellen, das eine zentrale Rolle für die Wirtschaft in seinen jeweiligen Ländern einnimmt.“

„Das SEE Bankennetzwerk ist ab sofort wieder im Geschäft und wir können dabei auf engagierte Eigentümer und ein starkes Team bauen”, erklärt Ulrich Kissing, der neue Vorstandsvorsitzender der HGAA. „Wir arbeiten intensiv daran, unseren Stamm an Privat- und KMU-Kunden mit innovativen Spitzenprodukten und sicheren Dienstleistungen weiter auszubauen. Unseren Kunden im Unternehmensbereich sowie im öffentlichen Sektor werden wir weiterhin als zuverlässiger Partner zur Seite stehen.”

Kissing kommt von Investitionsbank Berlin

In seiner vorherigen Funktion als CEO der Investitionsbank Berlin (IBB) war Ulrich Kissing unter anderem für den Ausbau des bankeigenen Förderprogramms für KMUs verantwortlich. Davor war Ulrich Kissing während einer über 20-jährigen Karriere bei der Deutschen Bank AG in verschiedenen Führungspositionen tätig. In Polen zeichnete er für den Auf- und Ausbau des Geschäftsbereichs für Privat- und mittelständische Kunden der Deutschen Bank verantwortlich.

"Die neuen Eigentümer der HGAA können auf eine beeindruckende Erfolgsbilanz als Kapitalgeber im Finanzdienstleistungssektor verweisen und verfügen über langjährige Erfahrung in Zentral- und Südosteuropa", heißt es weiter. "Dabei hat sich Advent International in den vergangenen 20 Jahren in über 40 Beteiligungen in Zentral- und Osteuropa engagiert." Nachsatz: "Zudem verfügt Advent International über umfassende Erfahrung im Finanzdienstleistungssektor und hat weltweit in mehr als 60 Unternehmen aus diesem Sektor investiert."

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