Hoeneß-Effekt und neue Daumenschrauben

Uli Hoeneß blickt nachdenklich nach oben.
Steuerhinterziehung. Zahl der Selbstanzeigen sprunghaft angestiegen. Schärfere Regeln geplant.

Seit im April bekannt wurde, dass gegen den FC-Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung laufen, ist in Deutschland die Zahl der Selbstanzeigen sprunghaft angestiegen. Im Vergleich zu 2012 habe sich diese Zahl im Vorjahr auf fast 25.000 verdreifacht, ergab eine Umfrage der Süddeutschen Zeitung in allen 16 deutschen Bundesländern.

Seit dem Kauf der ersten Schweizer Steuer-CD im Februar 2010 summierte sich die Zahl der Selbstanzeigen auf mittlerweile mehr als 60.000. Die Einnahmen aus nachversteuerten Einkünften machen rund 3,5 Milliarden Euro aus.

„Wer einen Koffer voller Geld in den Bergen und ein schlechtes Gewissen im Nacken hat, der sollte besser schnell handeln“

Bisher ging straffrei aus, wer alle hinterzogenen Summen der vergangenen fünf Jahre offenlegte – und nachversteuerte. Das wird bald nicht mehr reichen. Die Finanzminister der deutschen Bundesländer wollen die straffreie Zeitspanne auf zehn Jahre verdoppeln. Auch der Ankauf weiterer Steuer-CDs bleibe eine Option. „Wer einen Koffer voller Geld in den Bergen und ein schlechtes Gewissen im Nacken hat, der sollte besser schnell handeln, bevor es zu spät ist“, sagte Monika Heinold, Ressortchefin in Schleswig-Holstein.

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