Wirtschaft 05.12.2011

Hitler-Wein und -Bier gefragter denn je

© Bild: AP/Claudia Gazzini

Von Hitler über Stalin bis zu Sisi reicht das Etikettensortiment eines italienischen Weinproduzenten. Österreicher zählen zu den besten Kunden.

Das fragwürdige Geschäft ist nicht neu, doch es wird immer beliebter: Weinflaschen mit Hitler-Bildern boomen in Italien. Diktatoren wie Hitler, Mussolini oder Stalin auf Flaschenetiketten sind zu einem Kultobjekt für Sammler geworden. Das Angebot ist jetzt reicher geworden. Auch Hitler-Bier, "Grappa des Führers" und Prosecco mit Nazi-Parolen sind auf den Regalen in norditalienischen Weingeschäften erhältlich und ernten vor allem bei Touristen zunehmenden Erfolg.

2,7 Euro kostet eine Flasche Hitler-Bier, das von dem italienischen Weinproduzenten Fabio Bogo vertrieben wird. "I Vini nostalgici" (Nostalgische Weine) heißt seine Firma mit Sitz in der Dolomiten-Provinzstadt Belluno, die seit dem Jahr 2000 ihre Produkte in ganz Norditalien und per Internet auch im Ausland vertreibt. Das Geschäft floriert, gefragt sind auch Flaschen mit Bildern von Feldmarschall Erwin Rommel und Parolen wie "Deutschland erwache!".

Auch Linke werden bedient

Hier zählt eher Etikette als Bouquet
© Bild: AP/Claudia Gazzini

An Polemik rund um sein Geschäft ist Bogo gewöhnt. Der 48-jährige Unternehmer weist jeglichen Vorwurf der Nostalgie und Verharmlosung von Faschismus und Nationalsozialismus zurück. "Vollkommen unparteiisch" biete er auch der politisch links orientierten Kundschaft Flaschen mit den Etiketten Marx, Stalin, Lenin oder Che Guevara an. Auch Flaschen mit Bildern von Israels Gründervater David Ben Gurion umrahmt von einem jüdischen Stern sind zu erwerben. Für Monarchisten gibt es Rotwein mit Etiketten von Franz Josef und Kaiserin Elisabeth.

Probleme mit den Behörden fürchtet Bogo nicht. "Man kann mir nichts vorwerfen, ich verwende nur Bilder, die in jedem Geschichtsbuch zu sehen sind. Das italienische Gesetz erlaubt den Vertrieb von Bildern aus der Faschismus- und Nazizeit", sagt Bogo. Seine Flaschen sind in Weingeschäften und kleineren Supermärkten zu bekommen, im Großhandel nicht. "Große Supermarktketten fürchten Schwierigkeiten und wollen meine Flaschen nicht vertreiben", so Bogo.

Nach Österreich kann er seine Flaschen auch nicht exportieren. "Meine Etiketten sind aber bei österreichischen Touristen sehr gefragt. Sie lieben vor allem die Hitler-Flaschen. Österreicher zählen zu meinen besten Kunden.“

Erstellt am 05.12.2011