Wirtschaft
30.03.2018

Heizkosten: Wien Energie meldet durchschnittlichen Winter

Der Wärmeverbrauch liegt am Ende der Heizsaison trotz kaltem Finish im langjährigen Durchschnitt, der Verlauf ist aber ungewöhnlich.

Die Heizkosten für die Kunden der Wien Energie für den Winter 2017/18 bleiben stabil. Der Verbrauch liegt nun am Ende der Heizsaison im langjährigen Schnitt, der Verlauf ist aber ungewöhnlich - mit einem Fernwärmerekord am 1. März. "Die Heizrechnung sollte für den Wiener Durchschnittshaushalt ziemlich gleich ausschauen wie im Vorjahr", so Wien-Energie-Sprecher Boris Kaspar zur APA.

Die Bilanz der von Oktober 2017 bis März 2018 laufenden Heizsaison mit einem warmen Start und Kälte zum Ende zeige deutlich: "Abgerechnet wird zum Schluss." "Was den Heizverbrauch in Wien betrifft: statistisch am Ende der normalste Winter, vom Heizverlauf aber sehr ungewöhnlich."

Bis Februar ungewöhnlich mild

Bis Anfang Februar sei der Winter ungewöhnlich mild verlaufen, vor allem im Jänner sei es überdurchschnittlich warm gewesen, so die Wien Energie. Durch den kalten Februar und März habe sich die Heizbilanz aber dann normalisiert. Die Saison weise daher temperaturbedingt sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch zum langjährigen Durchschnitt kaum Ersparnisse oder Mehrkosten auf. Die Höhe der individuellen Heizkosten hänge aber stark von unterschiedlichen Faktoren ab, wie etwa Bausubstanz, thermische Sanierung oder Heizverhalten, betont die Wien Energie.

Der Wärmeverbrauch sei zu Beginn der Heizsaison im Oktober des Vorjahres bis Anfang Februar um 10 bis 15 Prozent unter dem Vorjahr und um rund 8 Prozent unter jenem eines durchschnittlichen Winters gelegen. Mit dem kalten Februar und März und einem der kältesten Frühlingsanfänge seit Beginn der Messgeschichte habe sich die Bilanz gedreht. Allein im März sei in Wien um die Hälfte mehr Wärme verbraucht worden als im Vorjahr bzw. über ein Viertel mehr als in einem durchschnittlichen März.

Heizrekordtag

Den historischen Heizrekord habe es am 1. März 2018 gegeben: Der Wärmeverbrauch in der Bundeshauptstadt habe in der Früh den höchsten Stand seit 49 Jahren - dem Beginn der Fernwärme-Ära in Wien - gegeben. Die Kraftwerke von Wien Energie erreichten zwischen 6 und 9 Uhr bei Minus 11,1 Grad Celsius mit 2.414 Megawatt (MW) eine neue Leistungsspitze und übertrafen damit den bisherigen Rekord von Februar 2012 mit 2.400 MW.

Die Wien Energie versorgt mehr als 380.000 Haushalte mit Fernwärme und rund eine halbe Million Haushalte mit Erdgas.

Preise für Haushaltsenergie blieben im neuen Jahr stabil

Insgesamt sind die Preise für Haushaltsenergie in Österreich rund um den Jahreswechsel - von Dezember auf Jänner - in Summe unverändert geblieben. Im Jahresabstand stiegen sie um 0,6 Prozent, deutlich schwächer als im Dezember mit 1,7 Prozent Plus. Am stärksten verteuerte sich im Jänner Brennholz, gefolgt von Heizöl. Preisrückgänge von 6 Prozent gab es bei Gas, Grund war eine Senkung der Netztarife.

Heizöl kostete im Jänner so viel wie zuletzt im Juni 2015, also zweieinhalb Jahre davor. Der Preisanstieg bei Heizöl war im Jänner im Jahresvergleich mit 3,7 Prozent gleich stark wie im Dezember. Damit kostete eine 3.000-Liter-Tankfüllung im Jänner rund 80 Euro mehr als ein Jahr davor, nach 66 Euro Mehrkosten im Dezember, so die Österreichische Energieagentur zu dem von ihr berechneten Energiepreisindex (EPI). Im Monatsabstand zog der Heizölpreis um 3,3 Prozent an.

Moderater Spritpreisanstieg

Die Spritpreise lagen im Jänner um 1,7 Prozent über dem Stand von Anfang 2017. Damit nahm die Preisdynamik deutlich ab, denn im Dezember waren Treibstoffe um 5,0 Prozent teurer als ein Jahr davor. Bei Superbenzin bremste sich der Jahres-Preisanstieg von Dezember auf Jänner von 3,2 auf 1,2 Prozent ab, bei Diesel von 6,2 auf 2,0 Prozent. Damit blieben Diesel und Super auf dem höchsten Stand seit Juni bzw. August 2015. Im Monatsabstand verteuerte sich Super um 0,8 Prozent und Diesel um 1,2 Prozent.

Strom und Gas günstiger

Strom kostete binnen Jahresfrist um 0,5 Prozent weniger, bei Gas gab es wegen Netztarifsenkungen eine recht starke Reduktion um 6,1 Prozent. Damit wurde Gas im Monatsabstand um 5,9 Prozent günstiger, Strom um 0,4 Prozent. Fernwärme verteuerte sich im Jahresabstand um 1,4 Prozent, blieb gegenüber dem Vormonat aber preislich unverändert.

Feste Brennstoffe verteuerten sich im Jahresabstand um 5,1 Prozent. Dafür waren vor allem der um 5,5 Prozent höhere Preis für Brennholz und der um 7,1 Prozent höhere Preis für Holzbriketts verantwortlich. Auch die Kosten für Holzpellets (+3,6 Prozent) stiegen im Jahresvergleich an. Im Monatsvergleich, von Dezember auf Jänner, lagen die Preise der festen Brennstoffe durchwegs höher: jene für Brennholz um 0,9 Prozent, jene für Pellets um 2,0 Prozent und jene von Holzbriketts um 1,2 Prozent.