Wirtschaft
05.12.2011

Haushaltswerbung kommt jeden Samstag als "Heft"

Deutsche Post als Vorbild

Die von der Österreichischen Post geplante Aufteilung in Brief- und Werbemittelzustellung gibt es in anderen Ländern, vor allem in Nordeuropa, schon länger. Die Deutsche Post DHL stellt mit ihrem "EinkaufAktuell" jeden Samstag gebündelte Haushaltswerbung an 14 Millionen Haushalte zu. Die Umhüllung ist redaktionell aufbereitet, enthält TV-Programm, Rätsel und Gewinnspiele. Das Ganze ist in Plastikfolie eingeschweißt.

Für die Post, die damit ins Verlagswesen einstieg, ist "EinkaufAktuell" ein schönes Zubrot. Für die Zeitungsverlage ist es freilich eine übermächtige Konkurrenz am Anzeigenmarkt. Sie versuchten vor Gericht, das Werbeheft zu verhindern, scheiterten aber. Ab Mitte September soll die Postille - vorerst in Hamburg - zusätzlich auch Mittwochs erscheinen. Die Post-Gewerkschaft kritisierte zuletzt, dass die Zusteller - darunter viele Studenten als Aushilfskräfte - nun 120 statt bisher 60 Kilo schwere Ladungen durch ihren Bezirk schleppen müssten und die Post das Verteilgebiet pro Mitarbeiter immer mehr ausweite.

In Österreich dementierte Post-Chef Georg Pölzl zuletzt, mit einem eigenen Medium ins Verlagsgeschäft einsteigen zu wollen. Intern geplant ist aber, den Umschlag für die ab 2012 gebündelte Werbung als Anzeigenfläche zu vermarkten.

Die Zustellung der Haushaltswerbung muss übrigens laut Gesetz nicht von Briefträgern erfolgen, sondern kann auch von Auftragnehmern wie der Feibra durchgeführt werden.