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finanzbranche
06/09/2015

Hausdurchsuchungen bei Deutscher Bank

Kunden im Visier der Ermittler / Britische HSBC baut weltweit 50.000 Jobs ab.

Die Deutsche Bank kommt nicht zur Ruhe. Nach der überraschenden Verkündung des Abgangs ihrer beiden Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen am Sonntag gab es am Dienstag, schon die nächste Aufregung. Wieder einmal wurde die Zentrale in Frankfurt am Main von der Generalstaatsanwaltschaft durchsucht. Zudem wurden Fahnder in den Niederlassungen in London und Paris aktiv.

Laut Handelsblatt online waren rund 30 Beamte in Frankfurt aktiv. Grund für die Razzia seien Vorgänge bei der Privatbank Sal. Oppenheim, die die Deutsche Bank 2010 übernommen hatte. Laut dem Institut zielt die Razzia darauf ab, "Beweismittel im Zusammenhang mit Wertpapiertransaktionen von Kunden sicherzustellen". Die Ermittlungen würden sich ausschließlich gegen Kunden, nicht gegen Mitarbeiter der Deutschen Bank richten.

Cum-Ex

Der Bild-Zeitung zufolge laufen die Ermittlungen in Zusammenhang mit Steuerhinterziehung und Finanzbetrug bei so genannten Cum-Ex-Geschäften. Dabei ging es um Aktiendeals rund um den Termin der Dividendenzahlung. Davor werden sie mit (lateinisch: cum) einem Ausschüttungsanspruch gehandelt, danach ohne, also ex Dividende. In der Praxis wurden Wertpapiere rasch hintereinander zwischen mehreren Beteiligten hin- und hergeschoben. In der Folge wurde beim zuständigen Finanzamt die Rückerstattung von Kapitalertragssteuern auf nicht erhaltene Dividenden gefordert – zu Unrecht. Erst 2012 wurde die Gesetzeslücke geschlossen.

Die Deutsche Bank war bereits des Öfteren von Fahndern durchsucht worden, zuletzt im Dezember 2012. Nach Bekanntwerden der gestrigen Razzia verlor die Aktie rund ein Prozent.

Ebenfalls in dieser Größenordnung gab das Papier der britischen HSBC nach. Europas größtes Institut teilte mit, dass es sich von 50.000 Mitarbeitern trennen wird. Von der einen Hälfte durch den Verkauf des Brasilien- und Türkei-Geschäfts, von der anderen durch Einsparungen im IT- und Dienstleistungsbereich sowie Filialschließungen. Auch das Investmentbanking soll verkleinert werden. HSBC hat seit Ausbruch der Finanzkrise laufend Stellen abgebaut. 2007 waren es noch mehr als 300.000 Mitarbeiter, jetzt sind es 260.000.

Im Zuge des Umbaus will die derzeit in London beheimatete Bank bis Ende des Jahres entscheiden, ob sie nach Asien umzieht. Das hat sie schon mehrfach angedroht. Bis 1993 hatte sie ihre Zentrale in Hongkong. Dazu passt, dass Konzernchef Stuart Gulliver das Asien-Geschäft ausbauen will. "Wir haben erkannt, dass sich die Welt verändert hat und dass wir uns mit ihr verändern müssen." Asien könnte zum Zentrum des globalen Handels werden.

Ziel sei es, die Kosten bis 2017 um bis zu 4,5 Milliarden Euro im Jahr zu senken. Um das zu erreichen, sind jedoch Einmalaufwendungen von bis zu vier Mrd. Euro nötig.

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