Hans-Peter Haselsteiner im Faktencheck

© Reuters LISI NIESNER

Wirtschaft
05/04/2012

Haselsteiner verlässt Strabag 2015

Mit der Hauptversammlung im Juni 2015 will Hans Peter Haselsteiner seinen Vorstandssessel räumen. Nachbesetzt soll intern werden.

Das Mandat von Hans Peter Haselsteiner als Strabag-Vorstandsvorsitzender läuft bis Ende 2015. Doch so lange möchte der 68-Jährige nicht bleiben, die Periode „nicht bis zur Neige ausschöpfen“ so Haselsteiner gegenüber Format. Aus dem Unternehmen hieß es am Freitag, das sei immer schon so geplant gewesen. Mit der Hauptversammlung im Juni 2015 will der Chef des größten österreichischen Baukonzerns seinen Sessel räumen. Wer anstatt seiner darauf Platz nehmen wird, ist noch nicht geregelt.

Das Erbe könnte entweder sein Vize Fritz Oberlerchner (63) oder sein Sohn Klemens (31) antreten. "Es ist eher wahrscheinlich, dass die Nachfolge intern nachbesetzt wird", sagte Unternehmenssprecherin Diana Klein am Freitag. Zwar wäre der Sohn Nachfolge geeignet, doch ist dieser jetzt nicht im Unternehmen und es gibt auch keine Pläne, dass er kommt. "Ich habe immer gesagt, dass ich prinzipiell ein vehementer Gegner der Erbpacht bin. Das heißt aber nicht, dass eine Familienlösung völlig ausgeschlossen ist", so Haselsteiner im Format.

Weitere Person

Da Oberlerchner, der seit Oktober 2004 stellvertretender Vorstandsvorsitzender ist, in einigen Jahren "ebenfalls die Altersgrenze erreichen wird", will Haselsteiner für den freiwerdenden Chefsessel eine weitere Person aus dem Konzern finden. "Jemand von außen zu holen ist ein großes Risiko - und auch ein Armutszeugnis, wenn in einem großen Unternehmen niemand da ist, der infrage kommt", so der Strabag-Chef.

Hans Peter Haselsteiner hatte die Firma seines Schwiegervaters 1974 als Sohn einer Tiroler Schulinspektorin und eines Architekten übernommen und dann einen der größten Baukonzerne Europas geformt. Nach seinem Rückzug aus der Strabag will Haselsteiner in dem Unternehmen weiter "die eine oder andere Aufgabe übernehmen - in Absprache mit meinem Nachfolger". "Vielleicht gehe ich in den conwert-Verwaltungsrat."

Doch hauptsächlich will sich der langjährige Baukonzernchef dann "verstärkt der Kunst und Kultur widmen", sich "mehr um Sozialprojekte kümmern" und auch das eine oder andere in der Wirtschaft begleiten.

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