Wirtschaft
22.03.2012

Hameseder will Skylink-Boni nicht auszahlen

Flughafen-Aufsichtsrat Erwin Hameseder möchte die noch ausstehenden Boni nicht auszahlen – Rechtsstreit nicht ausgeschlossen.

Gerhard Schmid und Ernest Gabmann, die ehemaligen Vorstände vom Flughafen Wien, müssen nun doch um ihre noch ausstehenden Boni zittern. "Wenn es irgendeine rechtliche Möglichkeit gibt, werden wir das nicht auszahlen", sagte Flughafen-Aufsichtsrat Erwin Hameseder in den Salzburger Nachrichten von Donnerstag. Man werde die Angelegenheit im Laufe des Jahres prüfen; wenn es "eine ordentliche Chance" gebe, werde es der Aufsichtsrat gar auf einen Rechtsstreit ankommen lassen.

Der Skylink soll planmäßig am 5. Juni in Betrieb gehen, die Kosten werden unter 770 Mio. Euro liegen, verkündeten Vorstände Günther Ofner und Julian Jäger am Mittwoch. Kommt es tatsächlich so wie angekündigt, müssten an Schmid und Gabmann im Nachhinein die Boni für die Jahre 2009 bis 2011 nachbezahlt werden – in Summe knapp 254.000 Euro.

Das alles wäre nicht passiert, wären 2009 - als die Probleme schon bekannt waren - die Verträge nicht bis 2014 verlängert worden, ärgert sich Hameseder in der Zeitung. Er zog sich kurz nach der entscheidenden Sitzung aus dem Aufsichtsrat zurück und kehrte erst im September 2011 als Vorsitzender zurück.

Kein Bonus für Kaufmann

Hintergrund sind die auf fast 800 Mio. Euro verdoppelten Kosten beim neuen Terminal Skylink. Im Jahr 2009 wurde daher die Hälfte der Bonuszahlungen an die Fertigstellung des Skylink gebunden. Ende 2010 kam es wegen der Skylink-Bauaffäre zur vorzeitigen Beendigung der Verträge.

Ex-Vorstandschef Herbert Kaufmann steht kein Bonus zu. Ihm wurde der Abgang durch einen bis Ende 2012 laufenden Konsulentenvertrag, eine Einmalzahlung und seine Abfertigung mit in Summe 1,2 Mio. Euro vergoldet.

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