APA12107860 - 29032013 - WIEN - ÖSTERREICH: ZU APA-TEXT WI - Eine dayli-Filiale in Wien, aufgenommen am 23. November 2012. Die Gewerkschaft GPA-djp und die Geschäftsführung von dayli stehen sich derzeit als Konfliktparteien um die Sonntagsöffnung von dayli-Filialen gegenüber. APA-FOTO: ROBERT JAEGER

© APA/ROBERT JAEGER

Haberleitner
07/01/2013

dayli: "Zeit wird extrem knapp"

Findet sich kein Investor, muss die Drogeriemarktkette ein Sanierungsverfahren einleiten.

Das Zittern um die Zukunft der Schlecker-Nachfolgegesellschaft dayli geht offenbar weiter. Eigentümer Rudolf Haberleitner hofft weiterhin auf einen rettenden Investor. Es gebe noch "laufende Gespräche", etwa mit einem polnischen Drogieartikel-Produzenten. "Die Zeit wird aber extrem knapp", sagte Haberleitner im Gespräch mit der APA.

Wenn kein Investor nächste Woche einsteigt, muss die Drogeriemarktkette laut dem Firmenchef ein Sanierungsverfahren einleiten. Es werde aber "kein Konkurs", weil dayli keine Bankschulden habe und die Lieferantenverbindlichkeiten noch durch Warenbestände gedeckt seien. "Keine österreichische Bank hat uns Kredite gegeben", wiederholte der Firmenchef seine Kritik an den heimischen Geldinstituten.

Die mit Monatsende fälligen Gehälter und das Urlaubsgeld könne das Unternehmen bezahlen, betonte Haberleitner. Derzeit werde geprüft, ob eine Auszahlung wegen der geringen Liquidität rechtlich noch gedeckt sei. Eine Entscheidung darüber soll es morgen geben.

Die Drogeriemarktkette hat nach dem Aus von 103 Filialen in Österreich immer noch 783 Standorte hierzulande und mehr als 400 Filialen in Italien und Polen. Laut Haberleitner beschäftigt die Drogeriemarktkette noch 3.000 Mitarbeiter in Österreich und hat mehr als 1.000 Beschäftigte im Ausland.

Zu dayli

Haberleitner hatte im vergangenen August mit seinem Fonds TAP 09 und ungenannten Investoren Schlecker Österreich übernommen. Banken, Warenkreditversicherer und Handelsexperten zeigten sich bereits zu Beginn skeptisch über den geplanten Umbau zur Nahversorgungskette. Nachdem Warenlieferungen von Coface und Prisma nicht versichert wurden, musste dayli per Vorkasse zahlen oder erhielt nur kurze Zahlungsziele. Die Warenversorgung der Filialen gestaltete sich daher von Beginn an schwierig.

Auch der kurzzeitige Einstieg des Glücksspielkonzerns Novomatic im vergangenen November half der Drogeriemarktkette nicht auf die Sprünge. Nach der Eskalation der Debatte über die Sonntagsöffnung bei dayli und einer Gesetzesänderung später verabschiedete sich der Glücksspielkonzern im Mai wieder als Hälfteeigentümer. Die von Haberleitner groß angekündigte Expansion nach Deutschland und der flächendeckende Umbau scheiterten bisher an fehlenden finanziellen Mitteln. Bis dato wurde nur ein Dutzend der Filialen auf das neue Nahversorgungskonzept umgebaut. Anfang Mai hatte dayli seine Lieferanten noch um einen zweimonatigen Zahlungsaufschub gebeten. Derzeit hoffen auch sie auf einen rettenden Investor.

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