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Wirtschaft
12/03/2019

Auch Österreich von UniCredit-Sparplänen betroffen

Die Bank Austria beschäftigt aktuell etwas mehr als 5.300 Mitarbeiter. Seit 2016 sind bereits 1.000 Arbeitsplätze weggefallen.

von Simone Hoepke

Es war schon im Sommer angekündigt worden, jetzt ist es fix: Die italienische Bank-Austria-Mutter UniCredit streicht wieder Stellen. Bis zum Jahr 2023 sollen weitere 8.000 Arbeitsplätze abgebaut werden, der Großteil davon in Italien, aber auch die Tochtergesellschaften in Deutschland (Hypovereinsbank) und Österreich (Bank Austria) sind betroffen. In welchem Ausmaß, wollte Konzernchef Jean-Pierre Mustier am Dienstag noch nicht sagen.

Nur soviel: Die Kündigungen sollen sozial verträglich und in Einstimmung mit den Arbeitgebervertretern über die Bühne gehen, beteuerte der Konzernchef.

Die Bankengewerkschaften in Italien konnte er damit nicht besänftigen. Sie sind bereits auf den Barrikaden. Argumentieren, dass das Institut keine weiteren Stellenstreichungen mehr verkraften kann. Mustier hatte seit seinem Amtsantritt Mitte 2016 schließlich bereits 14.000 Mitarbeiter von der Gehaltsliste gestrichen, mehr als 900 Filialen wurden dicht gemacht. Nun sollen weitere 500  folgen.

Die Bank, die zu Mustiers Amtsantritt Milliardenverluste geschrieben hatte, wird also weiter zusammengeschrumpft. Die Konzernchefs rechnen mit weniger Wachstum und steigen auf die Kostenbremse.

Wie alle Kreditinstitute der Eurozone kämpft die Unicredit mit dem Dauertief in der Zinslandschaft. Dieses lässt die Marge auf Geschäfte mit der Anlage und dem Verleih von Geld erodieren. Keine gute Ausgangssituation zur Erreichung der hoch gesteckten Ziele von Mustier.

Im Jahr 2023 will er einen Gewinn in Höhe von fünf Milliarden Euro schreiben. Zur Orientierung: Voriges Jahr waren es noch drei Milliarden Euro gewesen, heuer sollen es bereits 4,7 Milliarden sein. Ziel des Managements ist es zudem, die Dividenden zu erhöhen und Aktien zurückzukaufen.

Teurer Sparkurs

Der verschärfte Sparkurs wird für die Italiener in einem ersten Schritt teuer. Für heuer und das kommende Jahr hat die Bank laut eigenen Angaben 1,4 Milliarden Euro dafür veranschlagt. Davon seien 1,1 Milliarden für Italien und 300 Millionen für Österreich und Deutschland vorgesehen.

In Österreich beschäftigt die Bank Austria laut Halbjahresbericht aktuell etwas mehr als 5.300 Mitarbeiter. Eine erste große Abbauwelle mit 1.000 gestrichen Jobs hat  das Tochterunternehmen bereits hinter sich. Konzernweit hatte die UniCredit zuletzt 4.500 Zweigstellen und 85.000 Mitarbeiter.