© reuters

Insolvenz
12/19/2016

Größte ukrainische Privatbank ist pleite

Eine Verstaatlichung des Geldhauses wurde zeitgleich angekündigt.

Die Ukraine hat die größte private Bank des Landes für insolvent erklärt und eine Verstaatlichung des Geldhauses angekündigt. Dies sei der einzige Weg, die Einlagen der 20 Millionen ukrainischen Kunden der PrivatBank zu schützen und Gefahren für das Finanzsystem abzuwenden, teilte die Notenbank am Montag mit. Die PrivatBank habe ihr Rekapitalisierungsprogramm nicht erfüllt. 97 Prozent der Unternehmenskredite seien an Firmen ausgereicht worden, die mit Anteilseignern der Bank verbunden seien. Am 1. Dezember betrug das Finanzloch der Bank umgerechnet 5,65 Mrd. Dollar (5,41 Euro). Die Ukraine, die im Osten in einen Konflikt mit pro-russischen Separatisten verwickelt ist, hat große Korruptionsprobleme und ist wirtschaftlich schwer angeschlagen. Sie ist auf Kredite des Internationalen Währungsfonds (IWF) angewiesen, der aber politische Stabilität und Reformen verlangt.

Präsident ruft zur Ruhe auf

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat nach der Insolvenz der PrivatBank die Anleger und Kunden des größten Geldhauses des Landes zu Besonnenheit aufgerufen. Ihre Einlagen seien sicher, sagte er am Montag. Er habe dem Parlament einen Gesetzentwurf mit zusätzlichen Garantien für die Anleger zugeleitet. Das Finanzinstitut sei für die Finanzlage des Landes von grundlegender Bedeutung.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare