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Wirtschaft
05/10/2012

Grillo: Italien soll raus aus Eurozone

Der Populist und Komiker Beppe Grillo sieht im Euro "einen Strick um den Hals" und fordert einen Austritt Italiens aus der Eurozone.

Der italienische Satiriker Beppe Grillo, der bei den Kommunalwahlen am Sonntag und Montag einen unerwarteten Erfolg gefeiert hat, fordert Italiens Austritt aus dem Euro-Raum. "Italien muss die Möglichkeit seines Austritt aus dem Euro überlegen, das Thema darf nicht mehr Tabu sein", betonte der 63-Jährige im Interview mit der US-Nachrichtenagentur "Bloomberg". "Der Euro ist ein Strick um den Hals, der von Tag zu Tag enger zugezogen wird", formulierte Grillo.

In Italien wachse die Verschuldung. "Die öffentlichen Ausgaben sind außer Kontrolle, die Unternehmen gehen pleite, die Lohnnebenkosten wachsen und die Gehälter sinken: Wir haben nicht einmal mehr die Möglichkeit, über unsere Verschuldung zu verhandeln. Und trotz aller Opfer der Italiener ist kein Wirtschaftsaufschwung in Sicht", erklärte der Komiker und Gründer der Protestbewegung "Fünf Sterne". Diese ist in mehreren an den Wahlen beteiligten Kommunen zur drittstärksten politischen Kraft avanciert.

Mit dem Euro-Austritt könne Italien zurück zur Lira und die Währung bis zu 50 Prozent abwerten. "Dies wird zwar nicht alle Wirtschaftsprobleme des Landes lösen, unsere Waren im Ausland werden jedoch konkurrenzfähiger werden", meinte Grillo.

Der Erfolg seiner Protestbewegung, die die Menschen mit ihrer Kampagne gegen die Parlamentarier-Kaste, gegen Verschwendung im politischen System und gegen die Richtlinien der Europäischen Zentralbank (EZB) begeistert, hat die höchsten Erwartungen ihres Gründers übertroffen. In fast allen am Urnengang beteiligten Kommunen eroberten die Grillo-Kandidaten mehr als zehn Prozent der Stimmen. Sie entzogen sowohl Berlusconis Partei als auch den Linksgruppierungen massiv Wählerstimmen.

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