Griechenland wird bei der Suche nach frischem Geld zunehmend einfallsreicher.

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Wirtschaft
09/14/2012

Griechische Inseln zu verpachten

50 Milliarden Euro erhoffen sich die verzweifelten Griechen durch die Verpachtung von Inseln. Einige Interessenten soll es bereits geben.

von Alice Hohl

Griechenland wird bei der Suche nach frischem Geld zunehmend einfallsreicher.

Die für die Privatisierung von Staatseigentum zuständige griechische Behörde "Hellenic Republic Asset Development Fund" hat sich dazu entschlossen, 40 der insgesamt rund 6000 Inseln zur Verpachtung freizugeben.

Es handelt sich dabei um kleine unbewohnte Flecken Land in der Größenordnung des Central Parks in New York. 50 Jahre soll die maximale Pachtdauer betragen.

Athen will allgemein mit weitreichenden Privatisierungen bis zum Jahr 2020 rund 50 Mrd. Euro einnehmen. Dabei stehen neben der Verpachtung der ausgewählten Inseln vor allem der Verkauf staatlicher Unternehmen im Raum.

Die Geldgeber aus der EU bemängeln allerdings das Tempo der Verkäufe. Die Fortschritte seien zu langsam, lautet der Vorwurf.

Bis dato hat die griechische Regierung lediglich 1,8 Mrd. Euro durch die Veräußerung von Staatskonzernen eingespielt. Der neue Chef der Privatisierungsbehörde bleibt aber optimistisch: Er erwartet bis 2015 Einnahmen von circa 19 Mrd. Euro.

Die Regierung in Athen sieht in den Privatisierungen eine notwendige Maßnahme, um die Bedingungen für das 240-Mrd.-Euro-Hilfspaket zu erfüllen.

Griechenland möchte den möglichen Käufern und Investoren die Inseln schmackhaft machen, indem sie deren touristisches Potenzial hervorheben.

Interessenten gibt es bereits. So will zum Beispiel ein Investor auf einem 1,85 Mio. Quadratmeter großen Grund auf Rhodos einen Golfplatz bauen.

Ein anderer Interessent möchte den Mehrheitsanteil am Areal des ehemaligen Internationalen Flughafens von Athen erwerben.

Gerüchten zufolge soll auch das israelische Militär an einigen Inseln Interesse haben, um dort Übungen durchzuführen. Auch türkische Investoren zeigen sich nicht abgeneigt.

Innerhalb der griechischen Bevölkerung sind die geplanten Privatisierungsmaßnahmen äußerst umstritten. Ein totaler Ausverkauf wird befürchtet.

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