Griechenlands Sparerfolg freut die Gläubiger

Griechenlands Sparerfolg freut die Gläubiger
Gleichzeitig erzürnt es die Bevölkerung. Die Troika prüft derzeit, ob sich Athen an die Vorgaben hält.

Griechenlands Sparkurs ist ein Erfolg oder eine Katastrophe – je nach Blickwinkel. Aus Sicht der Experten der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) macht das Land größere Fortschritte als erwartet. Die sogenannte Troika ist derzeit in Athen und prüft, ob sich Griechenland an die Vorgaben hält. Das ist die Bedingung, damit im Oktober eine weitere Milliarde Euro der Hilfskredite ausbezahlt wird. Das Krisenland könnte laut Insidern schon heuer 1,5 Mrd. Euro Budgetüberschuss erzielen – wenn man die Zinskosten für den Schuldenberg unberücksichtigt lässt. Statt um 4,2 Prozent dürfte die Wirtschaftsleistung jetzt doch „nur“ um 3,8 Prozent schrumpfen.

Neue Streikwelle

Aus Sicht der Bevölkerung ist die Politik der Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Antonis Samaras eine Katastrophe. Bis Ende 2014 sollen 15.000 Staatsbedienstete den Job verlieren, weiteren 25.000 droht im kommenden Jahr der Verlust des Arbeitsplatzes. An Montag hatten deshalb bereits die Gymnasiallehrer die Arbeit niedergelegt. Angestellte der Kommunen waren ebenfalls in Streik, in vielen Städten wurde der Müll nicht abgeholt. Heute, Dienstag, erreicht die Streikwelle ihren Höhepunkt. Der Wahlsieg von Angela Merkel sorgt in Griechenland für Entsetzen. Sie wird für die harten Vorgaben verantwortlich gemacht. „Ein Triumph für die Königin des Spardiktats“, titelte die Tageszeitung Ta Nea.

Die EZB habe nicht vor, auf Dauer Teil der Troika zu bleiben, sagte unterdes-sen Zentralbank-Chef Mario Draghi am Montag vor dem EU-Parlament. Ob Griechenland ein drittes Hilfspaket braucht, lasse sich noch nicht beantworten. Das hänge davon ab, ob sich das Land Ende 2014 selbstständig über die Märkte finanzieren kann.

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