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Wirtschaft
10/01/2012

Griechenland: Geld auch ohne Reformen

Trotz mangelnder Reformen soll in Brüssel laut Medienberichten die Überweisung der nächsten Milliardentranche vorbereitet werden.

Griechenland soll Medienberichten zufolge die nächsten Hilfszahlungen selbst bei Verstößen gegen Sparauflagen erhalten. So soll das finanzmarode Land trotz neuer Milliardenlöcher und Mängel bei der Umsetzung der Reformen die nächste Hilfszahlung in Höhe von 31 Milliarden Euro aus dem Hilfspaket erhalten. Nach Informationen der WirtschaftsWoche (WiWo) laufen in Brüssel bereits die Vorbereitungen, um die Auszahlungen sicherzustellen, obwohl der Troika-Bericht die Auflagen nicht als komplett erfüllt sehen wird.

Wie der " Focus" unter Berufung auf Kreise des EU-Parlaments meldet, sollen die Hellenen unbedingt in der Eurozone gehalten werden. "Die Griechen werden eine Liste von Reformen erhalten, die zu einem bestimmten Datum vom Parlament abgesegnet werden müssen", zitiert die WiWo Vertreter der Euro-Gruppe. "Das Geld wird freigegeben, sobald die Abgeordneten zugestimmt haben."

Dominoeffekt

"Der Troika-Bericht wird so ausfallen, dass die Politik das Geld freigeben kann", zitiert der Focus weiters. Hintergrund sei die Angst vor den Folgen einer Staatspleite Griechenlands mit anschließendem Euro-Austritt. "Die Angst vor einem Dominoeffekt ist zu groß", sagte ein EU-Diplomat der WiWo.

Sowohl Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch Finanzminister Wolfgang Schäuble hatten in den vergangenen Wochen betont, dass Griechenland mindestens die Reformvorgaben erfüllen müsse, wenn es schon die Haushaltsziele verfehle. Beide rücken jetzt aber auch von dieser Voraussetzung ab, da Griechenland in der Euro-Zone gehalten werden soll.

In Brüssel wurden die Berichte nicht bestätigt. Es bleibe bei dem Verfahren, dass zunächst die Troika der internationalen Geldgeber im Oktober ihren Bericht über die Athener Fortschritte bei den Reformen vorlege und dann entschieden werde, hieß es. Am 8. Oktober treffen die Finanzminister der Eurogruppe einander wieder. Es wird auch damit gerechnet, dass sich die EU-Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfeltreffen am 18. und 19. Oktober in Brüssel mit der Griechenland-Rettung beschäftigen werden.

Finanzbedarf

Finanzanalysten halten den tatsächlichen Finanzbedarf Athens ohnehin für schwer kalkulierbar, da sich die Entwicklung der griechischen Wirtschaft in den kommenden Jahren nicht präzise vorhersagen lässt. Hilfsmaßnahmen wie die Rettungspakete und der Athener Schuldenschnitt zulasten privater Gläubiger fußen jedoch auf sehr konkreten Erwartungen.

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