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Wirtschaft
12/05/2011

Griechenland: Bei Anruf Hilfe - oder nicht

Fruchtbar waren die Telefongespräche zwischen Griechenland und der Troika am Montag. Für Dienstag wünschen sich die Griechen eine Einigung.

Die Stunde der Wahrheit rückt für Griechenland immer näher: Für Dienstag 19.00 Uhr ist die nächste Telefonkonferenz von Finanzminister Evangelos Venizelos mit den Spitzen der Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission geplant. "Wir sind nahe an einer Einigung, und wir hoffen, dass wir es morgen abschließen werden", sagte ein Sprecher des Athener Ministeriums nach dem "produktiven und substanziellen" Telefonat am Montagabend.

Griechenland braucht dringend weitere Hilfen in Höhe von acht Mrd. Euro, um im Oktober Löhne und Gehälter auszahlen zu können. Dafür ist erforderlich, dass die Troika der griechischen Regierung bescheinigt, die Auflagen der Geber zu erfüllen. Liegt eine positive Bewertung des Internationalen Währungsfonds, der Europäischen Zentralbank und der EU-Kommission vor, wollen die Finanzminister der Eurozone die letzte Tranche aus dem ersten Hilfspaket für Griechenland Anfang Oktober freigeben.

Der stellvertretende Regierungssprecher Angelos Tolkas sagte am Dienstag, oberstes Ziel sei jetzt, den Staatsapparat weiter zu entschlacken. Der IWF hatte Griechenland am Montag mit deutlichen Worten aufgefordert, die Auflagen zu erfüllen. Defizite gibt es vor allem bei der geplanten Privatisierung der Staatsbetriebe und bei der Senkung der Neuverschuldung. Die Regierung in Athen hat indes wiederholt darauf verwiesen, dass die Wirtschaft des Landes immer weiter in die Rezession rutscht und deshalb die Umsetzung der Sparauflagen immer schwieriger werde.

Am Mittwoch will die griechische Regierung zu einer Kabinettssitzung zusammenkommen und danach eine Erklärung abgeben. Einen Zeitungsbericht, wonach Ministerpräsident Giorgos Papandreou eine Volksabstimmung über den Verbleib in der Eurozone erwäge, wies ein Regierungssprecher zurück.

Märkte nervös

Die Aussicht auf baldige Klarheit im Fall Griechenlands zog die europäischen Märkte am Vormittag ins Plus. Der Deutsche Aktienindex DAX in Frankfurt notierte rund ein Prozent höher, ebenso der Wiener ATX. Am Montag hatten die Märkte ihre Talfahrt fortgesetzt wegen der Befürchtung, Griechenland stehe kurz vor der Pleite.

Dennoch stellt sich wegen der Hängepartie um Griechenland und die Entwicklung in anderen Schuldenstaaten wie Italien bisher keine nachhaltige Beruhigung ein. Dies spiegelte auch die anhaltend hohe Nachfrage nach den als sicher geltenden Bundesanleihen wider.

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