© Deleted - 723084

Wirtschaft
12/05/2011

Griechen brauchen ein Jahrzehnt lang Hilfe

Der deutsche Finanzministers Wolfgang Schäuble schätzt, dass Griechenland noch zehn Jahre lang auf Hilfszahlungen angewiesen sein wird.

Das finanziell marode Griechenland wird nach Einschätzung des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble wahrscheinlich noch zehn Jahre lang auf finanzielle Hilfe angewiesen sein. "Dass Griechenland nicht - wie 2010 gedacht - schon 2012 an den Kapitalmarkt zurückkehren kann, ist klar", sagte Schäuble der Wirtschaftswoche. "Griechenland wird zur vollen Herstellung seiner Wettbewerbsfähigkeit sicher eher ein Jahrzehnt brauchen als ein Jahr."

Nichts desto trotz hält Schäuble eine Rettung Griechenlands um der Stabilität der Eurozone willen jedoch für unbedingt erforderlich. "Es besteht die reelle Gefahr, dass die Währungsunion auseinanderfallen würde." Die Hellenen müssten unter allen Umständen in der Euro-Zone gehalten werden. "Athen, Griechenland ist - auch historisch - ein zentraler Bestandteil Europas. Jeder Verantwortliche weiß, dass ein Ausscheiden erhebliche Folgen hätte für Griechenland, aber auch weit darüber hinaus." Vor allem die Auswirkungen auf den Bankensektor dürfe man nicht unterschätzen.

IWF: Griechen könnten Bankrott abwenden

Über Griechenland schwebt das Gespenst des Staatsbankrotts. Erstmals soll der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos von einer geordneten Insolvenz mit einem Schuldennachlass von 50 Prozent gesprochen haben, berichteten griechische Medien am Freitag. Und auch der niederländische Notenbankchef Klaas Knot, Ratsmitglied bei der Europäischen Zentralbank (EZB), schließt den Staatsbankrott nicht mehr aus. "Ich war lange davon überzeugt, dass ein Konkurs nicht erforderlich ist. Ich bin nun weniger entschieden beim Ausschließen des Konkurses", so Knot.

Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) können die Hellenen einen Staatsbankrott noch immer abwenden. "Wenn die Griechen das tun, was sie tun müssen, wird es keine Zahlungsunfähigkeit geben", sagte der Leiter der IWF-Europaabteilung, Antonio Borges. Das im Juli von der EU beschlossene zweite Rettungspaket sei "äußerst wichtig" gewesen, da die Europäer ihre weitere Bereitschaft zur Unterstützung Athens gezeigt hätten. Diese Solidarität sei aber daran geknüpft, dass Griechenland "sein Haus in Ordnung" bringe.

Ein möglicher Zahlungsausfall würde für Athen "katastrophale Folgen" haben, warnte Borges bei der Jahrestagung von IWF und Weltbank. Griechenland würde in diesem Fall weiter einen "massiven Finanzierungsbedarf" haben. Dagegen würden Europas Banken eine Pleite Athens relativ gut verkraften können, sagte der IWF-Experte. Natürlich käme ein griechischer Staatsbankrott dem Bankensystem teuer zu stehen, doch würde dieser keinen "dramatischen Schlag" auslösen.

Borges bekräftigte, dass der IWF eine Einbindung privater Gläubiger skeptisch sieht. Die freiwillige Beteiligung von Banken, wie sie die Staats- und Regierungschefs der EU im Juli beschlossen haben, dürfe erst dann auf den Weg gebracht werden, wenn sicher sei, dass Griechenland wieder auf die Beine komme.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.