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Wirtschaft
12/05/2011

Griechen: 100-Jahr-Anleihe gegen Schulden

Eine Staatanleihe mit einer Laufzeit von 100 Jahren soll den Schuldenstand der Griechen reduzieren. Vorbild: Brady Bonds.

Griechenland muss Schulden abbauen. Um die Finanzprobleme in den Griff zu bekommen haben sich die Hellenen Unterstützung bei der französischen BNP Paribas, der Deutschen Bank, der britischen HSBC und der US-Bank Lazard geholt. Nun liegt eine mögliche Option vor: Im Kampf gegen die hohe Verschuldung denkt Griechenland über die Ausgabe einer Staatsanleihe mit einer Laufzeit von 100 Jahren nach. Dies sei eine der untersuchten Optionen, sagte einer der Banker, die den Mittelmeer-Anrainer beraten.

Mexiko

Mexiko hat im August erfolgreichen einen "Jahrhundert-Bond" platziert und damit einige Banker auf die Idee gebracht, Ähnliches in Griechenland zu versuchen. Mexiko hat mit der Emission im August bereits zum zweiten Mal binnen eines Jahres Anleihen mit dieser ultralangen Laufzeit im Volumen von 1 Mrd. Dollar (734 Mio. Euro) verkauft. "Die Finanzierungskosten für Griechenland werden fürchterlich sein, aber wichtiger ist, dass die Zahlungsunfähigkeit vermieden wird", sagte RBS-Zinsstratege Tim Jagger. Die Prämien für Kreditausfall-Versicherungen (Credit Default Swaps) signalisieren derzeit eine 94-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass Griechenland innerhalb der kommenden fünf Jahre zahlungsunfähig wird.

Dem Banker zufolge würde eine griechische "Jahrhundert-Anleihe" nach dem Vorbild der sogenannten " Brady Bonds" aufgebaut. Diese nach dem ehemaligen US-Finanzminister Nicholas Brady benannten Papiere dienten in den 1980er Jahren der Refinanzierung einiger zahlungsunfähiger Staaten in Lateinamerika und hatten meist eine Laufzeit zwischen zehn und 30 Jahren.

Banken müssen griechische Staatsanleihen abschreiben

Die Banken in Europa haben den Hellas-Blues. Kein anderes Thema belastet die Vorstände der Finanzinstitute so wie die Krise des hoch verschuldeten Mittelmeerlands. Wenn die Geldhäuser in den nächsten Wochen ihre Zahlen zum dritten Quartal vorlegen, dürften weitere Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen fällig geworden sein. "Die griechischen Schuldpapiere liegen unter dem Niveau von Ende Juni, daher sind weitere Wertberichtigungen wahrscheinlich", meint ein Bilanzierungsexperte. "Ich glaube nicht, dass die Banken in Bezug auf Griechenland um weitere Belastungen herumkommen", sagte der deutsche Bankenverbands-Präsident Andreas Schmitz.

In welcher Höhe die einzelnen Häuser ihre Anleihen nochmal wertberichtigen müssen, liegt an ihrer Einschätzung und der Haltung der Wirtschaftsprüfer. Diese hatten im zweiten Quartal einen Abschreibungsbedarf von mindestens 21 Prozent ausgemacht - das entspricht der Belastung der Banken, die sich an dem neuen Hilfspaket für Griechenland beteiligen. Einige Geldhäuser haben nur dieses Minimum abgeschrieben, andere sind bis auf 50 Prozent gegangen. Der Abschlag auf fünfjährige griechische Staatsanleihen beträgt an den Märkten mittlerweile 60 Prozent.

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