© REUTERS/ALEXANDER DEMIANCHUK

Banken
06/10/2015

Gewinne in Osteuropa haben Boden erreicht

Raiffeisen-Report: Eigenkapitalrendite in CEE nur knapp über Eurozonen-Werten. Auch 2015 wird noch mager.

Das Bankgeschäft in Zentral- und Osteuropa (CEE) wirft so wenig Gewinn ab wie nie: Die Eigenkapitalrendite ist 2014 auf 6,9 Prozent gesunken. Vor der Krise waren Werte von 15 bis 20 Prozent üblich. „Das ist der schlechteste Wert seit 1999“, sagte Gunter Deuber, Osteuropa-Experte bei Raiffeisen Research, am Mittwoch bei der Präsentation des Raiffeisen-CEE-Bankenreports 2015. Die Rendite liege nur knapp über jener in der Eurozone (rund 5 Prozent) – gemessen am höheren Risiko müsste der Abstand viel größer sein. Derzeit sei es für die Banken so kaum möglich, die Kapitalkosten zu verdienen.

Wichtige Aufräumaktionen

Schuld ist nicht nur die Ukraine-Krise. 2014 gab es in Rumänien, Ungarn, mit Abstrichen auch in Slowenien, große Aufräumaktionen bei faulen Krediten. Das ist zwar wichtig, damit sich die Wirtschaft erholen kann, fügte aber den Banken große Verluste zu. Auch 2015 droht mager zu werden. In Kroatien, Serbien, Albanien oder Bosnien stünden solche Abschreibungen bei Krediten noch bevor. Obendrein wird sich erstmals die Krise in Russland niederschlagen.

Der Boden ist erreicht

Dennoch: 2015 sollte der Tiefpunkt erreicht sein. „Das Schlimmste ist vorbei“, sagte Raiffeisen-Chefökonom Peter Brezinschek. Das Geschäftsmodell in Osteuropa sei damit noch nicht obsolet: Auf längere Sicht seien wieder „risikoadäquate Renditen, im niedrigen zwei- oder hohen einstelligen Bereich“ möglich.

Thema waren auch die geringeren Eigenkapitalquoten österreichischer Banken: Bank Austria, Erste Group und Raiffeisen Bank International (RBI) kommen konsolidiert auf 11,3 Prozent, während große westeuropäische Banken schon bei 13 Prozent sind. Diese hätten aber ihre Bilanzen geschrumpft, um diese Werte zu erreichen, so Deuber. Hingegen hatten die in Osteuropa tätigen Banken versprochen, das nicht zu tun, um die Probleme der Region nicht zu verschärfen.

Zwei Banken im „A-Zug“

Bei der Ratingagentur Standard&Poor’s haben nun die Oberösterreichische Landesbank und die Hypo Niederösterreich die besten Noten aller heimischen Institute (A, stabil). Erste Group und RZB sind mit BBB+ bewertet, RBI und Bank Austria mit BBB, alle mit negativem Ausblick. Der Grund für die Neubewertung war, dass sich die Banken nicht mehr auf eine Rettung durch den Staat verlassen können.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.