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Wirtschaft
05/03/2019

Gewinn um 13 Prozent gesunken: Libyen belastete OMV-Ergebnis

OMV startete wie erwartet schwächer ins neue Jahr.

Belastet von Produktionsausfällen in Libyen ist der Öl- und Gaskonzern OMV wie von Analysten erwartet schwächer ins neue Jahr gestartet. Das operative Ergebnis der Gruppe sank im ersten Quartal im Jahresabstand um 15 Prozent auf 766 Mio. Euro, ein etwas stärkerer Rückgang als prognostiziert. Dafür verringerte sich der den Aktionären zuzurechnende Nettogewinn nur um 13 Prozent auf 354 Mio. Euro.

Beim Umsatz verzeichnete das größte heimische Industrieunternehmen ein Plus von 9 Prozent auf 5,403 Mrd. Euro, die Mitarbeiterzahl war mit 20.225 um zwei Prozent niedriger.

Für den Rückgang des um Lagereffekte bereinigten Betriebsgewinns (CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten) um 7 Prozent auf 759 Mio. Euro war vor allem das niedrigere Upstream-Ergebnis von 393 (438) Mio. Euro verantwortlich, erklärte die OMV am Freitag. Die negative operative Performance habe -56 Mio. Euro betragen und sei im Wesentlichen auf fehlende Verkaufsmengen aus Libyen im Auftaktquartal zurückzuführen.

Tagesproduktion von rund 500.000 Barrel

Für das Gesamtjahr 2019 erwartet die OMV eine durchschnittliche Tagesproduktion von rund 500.000 Barrel Öl-Äquivalent (nach 427.000 boe/d im Jahresschnitt 2018 bzw. 474.000 boe/d heuer von Jänner bis März). In Libyen wurde die Produktion des Feldes El-Shahara im März wieder aufgenommen, heißt es. Der Produktionsbeitrag aus Libyen solle bis Jahresende 2019 bei über 35.000 boe/d liegen (2018: 30.000 boe/d).

Die organischen Investitionen der OMV sollen heuer - ohne Akquisitionen und inklusive aktivierter E&A-Ausgaben - rund 1,5 Mrd. Euro betragen (nach 1,3 Mrd. Euro voriges Jahr). Die Finanzierung der Gaspipeline Nord Stream 2 werde die OMV fortführen, heißt es unter anderem im Ausblick.

Den Brent-Ölpreis erwartet die OMV heuer weiterhin im Schnitt bei 65 Dollar pro Fass (2018: 71 Dollar), die Gaspreise an den Spotmärkten werden niedriger erwartet. Die Raffineriemarge im Downstream sieht man 2019 bei "unter" 5 Dollar pro Barrel (vorherige Prognose: rund 5 Dollar, 2018: 5,2 Dollar). Die Petrochemie-Margen würden etwas niedriger als 2018 liegen, damals waren es 448 Euro pro Tonne. Generalüberholungen der Raffinerien seien 2019 keine geplant, daher werde der Raffinerie-Auslastungsgrad höher als die 92 Prozent des Jahres 2018 sein.