Sicherheitspersonal beim Bond-Dreh in Osttirol: "Lizenz zum Ausbeuten".

© EXPA Pictures/EXPA/ Johann Groder

Arbeitsrecht
01/22/2015

Gewerkschaft legt sich mit James Bond an

Vida: "Unfaire Dienstverträge" bei aktuellen Dreharbeiten in Kärnten/Osttirol.

Bei den Dreharbeiten zum neuen James-Bond-Film müssen sich auch die Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma an den österreichischen Drehorten einiges gefallen lassen. Die Gewerkschaft vida kritisiert "unfaire Dienstverträge", die sie populistisch als "Lizenz zum Ausbeuten" bezeichnet.

"Bei der Überprüfung haben wir bemerkt, dass der Dienstgeber die Verfallsfrist für Ansprüche auf einen Monat verkürzt hat, obwohl der Kollektivvertrag vier Monate vorsieht. Das ist sittenwidrig und nicht zulässig, es gelten die vier Monate aus dem Kollektivvertrag", sagt der Kärntner vida-Landesgeschäftsführer Thomas Finsterwalder. Auch die im Vertrag erwähnte "großzügige" Überzahlung sei alles andere als großzügig, wenn man sämtliche Zulagen und Zuschläge dazurechne.

Konkurrenzklausel

Die Dienstverträge sollen außerdem fragwürdige Konkurrenzklauseln und Konventionalstrafen enthalten. Auch bei den Arbeitszeitaufzeichnungen dürfte eine genauere Überprüfung Differenzen zum Arbeitsrecht ergeben, sagt vida Tirol Landesgeschäftsführer Philip Wohlgemuth: "Es liegt uns eine SMS von Firmenseite vor, in der die MitarbeiterInnen dazu aufgefordert werden, sich zu melden, sollte sich jemand von der Gewerkschaft bezüglich der Stundenzettel erkundigen. Und wie es sich für ein ordentliches Spionage-Setting gehört, werden die Beschäftigten gleich ermahnt, firmenrelevante Informationen für sich zu behalten."

Die Gewerkschafter begrüßen zwar die Dreharbeiten, die "wichtige Impulse für Wirtschaft und Tourismus" bringen, erwarten sich aber "mehr Fairness" von den Arbeitgebern im Bewachungsgewerbe. Weitere rechtliche Schritte wegen der Verstöße behalte man sich vor.

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