Geldspritze für Portugal

Griechenland muss noch zittern, ob die nächste Tranche der Hilfskredite überwiesen wird. In Portugal dagegen kann man vorerst aufatmen.
Geldspritze für Portugal

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat der Überweisung von 3,98 Milliarden an die Portugiesen zugestimmt. Das Geld stehe "ab sofort" zur Verfügung, hieß es nach der Sitzung des IWF-Verwaltungsrates. Mit den bisherigen Sparmaßnahmen Portugals sind Vertreter von IWF, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank einigermaßen zufrieden. Und das, obwohl das Land sein Defizit wegen der Rezession weniger kräftig als erhofft zurückschrauben konnte.

Unterstützung für die mit der Schuldenkrise kämpfenden Euro-Länder kommt von russischer Seite. Russlands Finanzminister Alexej Kudrin betonte am Dienstag, dass sein Land weiterhin regelmäßig Staatsanleihen aus der Eurozone kauft und auch Eurobonds erwerben würde.

Unter den Schwellenländern nimmt die Sorge zu, dass sich eine unkontrollierte Entwicklung in der Europäischen Union negativ auf sie auswirken könnte. Die Finanzminister und Zentralbankchefs von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika könnten bei ihrem Treffen am 22. September in Washington den Kauf von Euro-Staatsanleihen beschließen, berichtet eine brasilianische Zeitung. Der deutsche Bundesbank-Präsident Jens Weidmann fordert indes eine schnelle Richtungsentscheidung der Politik. Entweder müssten sich die europäischen Nationen wieder auf ihre im Maastricht-Vertrag verankerten finanzpolitischen Verpflichtungen besinnen oder aber finanz- und haushaltspolitische Verantwortung auf eine gesamteuropäische Ebene verlagern, so Weidemann am Dienstag.

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