GB: Mit Steuererleich­tun­gen aus der Krise

REUTERSA Union flag flies near Big Ben and the Houses of Parliament in London October 24, 2011. Eurosceptics, disappointed by British Prime Minister David Camerons failure to get tough on Europe, have jumped on a financial crisis threatening to tear apart
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Premier Cameron will die Kaufkraft der ärmeren Bevölkerungsschicht stärken. Mehr zahlen sollen die Reichen.

Großbritanniens Finanzminister George Osborne muss einen schier unmöglichen Spagat schaffen: Auf der einen Seite soll er den von den Ratingagenturen geforderten Sparkurs halten, zugleich soll die Wirtschaft gefördert werden. Und nun muss er wohl auch noch mit weniger Steuern auskommen, hat Premier David Cameron eine Reihe von Steuerentlastungen ersonnen. Ärmere Bevölkerungsschichten sollen steuerlich entlastet werden, indem die Grenze, ab der Einkommenssteuer zu berappen ist, auf 9205 Pfund angehoben wird. Für die vermögende Schicht soll der Spitzensteuersatz gesenkt werden. Und zu guter Letzt sollen auch Unternehmen entlastet werden – die Körperschaftssteuer müsse runter.

Dennoch baut die konservative Regierung von Premierminister Cameron baut darauf, dass sich die Staatskassen füllen werden - etwa über eine höhere Grunderwerbsteuer für Villenbesitzer, deren Immobilien mehr als zwei Millionen Pfund (2,4 Mio. Euro) wert sind.

"Wir werden jedes Jahr fünf Mal mehr Geld von den reichsten unserer Gesellschaft einnehmen", kündigte Finanzminister George Osborne am Mittwoch in seiner Haushaltsrede im Unterhaus an. Labour-Oppositionschef Ed Milliband konterte: "Auf welchem Planeten leben Sie und der Premier eigentlich - Wie kann eine Steuersenkung für die Reichsten Priorität haben?" Die Gewerkschaften geißelten den Etat als "Haushalt der Reichen für die Reichen".

Neuverschuldung auf Rekordniveau